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Wir waren ein paar Tage in Marokko

Mit etwas Verspätung!!

 

Reisebericht Schottland ist fertig.

Die traditionellen Tajine Gefässe
Die traditionellen Tajine Gefässe

Samstag, 23. März 2013


Ouzoud - 0 km

 

Regen! Wir laufen nur kurz in den kleinen Ort hinein, der ohnehin nur wegen der höchsten und schönsten Wasserfälle des Landes bekannt ist. Jetzt im Regen versinkt alles im Schlamm.

 

Sonntag, 24. März 2013

 

Ouzoud - 0 km

 

Heute Morgen wieder Sonne. Wir haben einen Guide engagiert, der uns an den Wasserfällen vorbei durch herrliche Berggegend bis ins mexikanische Dorf bringt. Zunächst stehen wir am Rand der Wasserfälle, die durch den gestrigen Regen ganz braunes Wasser führen. Steil bergab am Rand der Fälle bis zum Fuß des Wassers müssen wir sehr vorsichtig sein. Alles ist glitschig und nass.

 

Unten erwarten uns ein schöner Anblick 110 m hinauf, das Wasser fällt in Sinterterrassen hinunter. Auf einem Floß, das aus Tonnen zusammengebaut ist, überqueren wir den Fluss, auf der anderen Seite geht es dann steil wieder hinauf und kaum haben wir das Einzugsgebiet der Wasserfälle verlassen, sind wir weit und breit die einzigen Menschen.

 

Das „Mexican Village“ ist ein Lehmdorf, das an die Pueblo Dörfer in Mexiko erinnert. Es leben etwa 600 Menschen hier, es gibt nur steile und steinige Wege innerhalb des Dorfes, keine Wasserleitungen, wohl aber natürlich Satellitenschüsseln.

Bei einer netten australischen Dame, die hier lebt und uns bewirtet und ihr Haus zeigt, machen wir Halt, gehen dann auf etwas weiterem, aber bequemeren Weg zurück. Wir sind nach ca. 6 Stunden Wanderung jetzt rechtschaffen müde.

 

Montag, 25. März 2013

 

Ouzoud - 0 km

 

Ein Tag mit Sonne! Da die Wasserfälle erst am Nachmittag von der Sonne bescheint werden, lassen wir es langsam angehen und laufen erst später dahin. Auf bequemen Treppenstufen sind diese auch erreichbar, einen Teil des Weges hatten wir gestern schon gekreuzt. Heute ist das Wasser auch wieder klar. Fotografisch wird das Wasser von allen Seiten festgehalten und schon bald ist der Tag zu Ende.

 

Stabil genug!
Stabil genug!

Dienstag, 26. März 2013

 

Ouzoud - Marrakesch - 207 km

 

Wir fahren die Bergstrecke wieder bis zur Hauptstraße N8 zurück. Auf dem Herweg konnten wir diese 50 km durch landschaftlich wunderschönes Gebiet nicht genießen, weil die Dunkelheit rasch hereinbrach. Heute jedoch und bei herrlichem Sonnenschein ist es ein schönes Fahren, in der Ferne schauen die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas herüber.

 

Gegen 13.00 nähern wir uns Marrakesch, dem Zentrum Südmarrokos. Wir halten eifrig Ausschau nach den Schildern des „Djamaa-el-Fna“ Platzes, dem Hauptplatz der Stadt. Anhaltspunkt ist auch die Katoubia Moschee, das Wahrzeichen.

 

Dahinter soll es einen bewachten Stellplatz für Wohnmobile geben. Haben wir nicht ein Glück? Der Zufall will es, dass wir sofort und ohne langes Suchen diesen Platz finden, auf dem sich die Womos dicht an dicht drängen. Der Platzwart weist uns ein, wir keilen 2 Fahrzeuge ein, aber er meint, das macht nichts. Nun denn.

 

Wir machen uns bereit für die Stadt. Wir queren den großen Platz vor der Moschee, sind quasi schon auf dem Djamaa-el-Fna, dem Herzen Marrakeschs. Gleich am Platz stehen die Busse zur Stadtrundfahrt, wir sind aber eher unschlüssig. Dann machen wir genau das, was wir absolut nicht wollten. Wir fahren mit einer Pferdekutsche.

 

Etwa 2 Stunden dauert die Fahrt, die uns dann doch gefällt. Wir besichtigen den Majorelle-Garten, der 1947 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, exotische Pflanzen aller Kontinente vereint und 1980 von dem Modeschöpfer Yves Saint-Laurent gekauft wurde. Hier befindet sich auch sein Mausoleum. Im Kasbah Viertel am Bab Agnaou, dem schönsten Tor der Stadt steigen wir aus, dann ist auch schon die Zeit um.

 

Auf dem Djemaa al Fnaa Platz herrscht ein Gewimmel und Gewusel von Einheimischen, Touristen, Gauklern, Musikanten, Verkaufsständen und Menschen aller Art. Es ist unglaublich. Natürlich geht kein Foto ohne Geld. Die Schlangenbeschwörer wollen Geld, der „falsche Zahnarzt“ will Geld, wenn wir etwas fotografieren wollen, kostet es Geld.

 

Dann verschlingen uns die Tiefen der verschiedenen Souks, die größten des Landes.

Textilien, Schmuck, Wollfärber mit farbstarken Stoffen, Teppiche, Rosenwasser, Gewürze. Irgendwie kommen wir immer wieder zum Hauptplatz, der sich am Abend in eine Fressmeile verwandelt und von noch viel mehr Gauklern und kleinen Bauchläden bevölkert ist. Fast wie Jahrmarkt.

 

Bab Agnaou
Bab Agnaou

Mittwoch, 27. März 2013

 

Marrakesch - 0 km

 

Der beginnt Tag eigentlich ganz gut. Wir haben hier in unserer Ecke schön ruhig gestanden, dafür dass es mitten in der Stadt ist.

 

Wir finden uns sofort zurecht und laufen nach dem Frühstück zuerst zum Bab Agnaou und zu den Saadier-Gräbern, die gleich hinter dem Tor sind.

Ein Alouiten-Sultan ließ das Kunstwerk einer Vorgängerdynastie zumauern und die Gräber wurden erst 1917 wieder entdeckt. Höhepunkt der Gräber ist der Saal mit den 12 Säulen, die alle aus Carrara-Marmor sind. Es sind bereits viele Touristen da.

 

Wir laufen dann im Kasbah-Viertel nach Süden statt nach Nord-Osten und kommen zum riesigen Gelände des Königspalastes, das wir gänzlich umlaufen müssen. Dabei wollten wir zum El Bahia Palast. Und hier nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Wir verlaufen uns total, müssen mehrfach nachfragen (immer gegen Bares natürlich), landen dann doch wieder am Ausgangspunkt, aber selbstverständlich ist sofort der nächste hilfsbereite Mensch da, der kein Geld will, nein, er ist eh auf dem Weg zur Arbeit, nur lockt er uns schnell in sein Geschäft. Zugegeben, wir trinken den köstlichsten Tee unserer Reise, er macht uns auch ein Geschenk. Aber dann stellt er uns für 30,- Euro ein Paket zusammen, das aus Seife, Tee und allerlei anderem Schnickschnack besteht. Nepp, Nepp, Nepp!

 

Dann stehen wir endlich vor dem El Bahia Palast, der nur um die Ecke von dem Nepp-Geschäft liegt.

 

Der Gebäude-Komplex wurde von einem Saadier Sultan erbaut. Ein anderer liess große Teile davon wieder abtragen und so sind nur noch wenige gut erhaltene Marmorteile zu sehen, aber wunderschöne Holzdecken. In der Mitte befindet sich ein rechteckiger Hof mit Wasserbecken und Blumenrabatten.

 

Vom Hauptplatz aus wäre es ganz einfach gewesen, hierher zu gelangen. Na ja! Wir kaufen noch ein paar Erdbeeren (auch überteuert) und essen dann im Womo zu Mittag.

 

Erneut geht es dann auf die Piste zur Stadtrundfahrt, die sich großspurig „Historic Route“ nennt, aber natürlich nur durch die Neustadt geht. In der Altstadt wäre auch gar kein Platz für einen Bus. Mit 300 Dirham für 1 Stunde ist das nur Nepp!

 

Da muss dann noch ein Frustkauf getätigt werden. Also hinein in den Souk, es werden noch 2 kleine Tajine-Töpfchen gekauft und eine blaue Decke, die mir schon überall aufgefallen sind. Sie soll 600 Dirham kosten, ich kriege sie dann für 200. Da fühlt man sich doch schon wieder veräppelt.

 

Abends essen wir dann wieder bei den Buden auf dem Djemaa al Fnaa Platz. Das Essen ist weit besser als gestern.

 

Essaouira
Essaouira

Donnerstag, 28. März 2013

 

Marrakesch - Essaouira - 187 km

 

Wir finden relativ schnell aus Marrakesch hinaus. Die Landschaft unterwegs ist topfeben, meist nur Ödland mit kleineren Ortschaften dazwischen. Erst vor Essaouira wird es wieder grün.

 

Wir fahren die Strandpromenade entlang und kommen automatisch zu dem Parkplatz am Fischereihafen, wo schon etliche Wohnmobile eng an eng stehen.

 

Es ist ein charmantes Städtchen auf einem Fels gebaut, am Fischereihafen die Reste eines Forts. Die Altstadt ist andalusisch geprägt, beim Bummel durch die Gassen werden wir wahrscheinlich 3 Tage brauchen, um alle Geschäfte zu sehen. Bekannt ist es auch durch die Holzeinlegearbeiten aus Thujen- und Zitronenbaumholz. Wir durchstöbern ein exklusives Geschäft, das von kleiner Holzschatulle bis zum Schrank alles verkauft. Wunderschön, aber wahrscheinlich unerschwinglich. Übrig gebliebene Hippies sind allerorten zu finden, lockte doch schon in den 70-er Jahren Essaouira Künstler wie Bob Marley und die Beatles an.

 

Direkt neben dem Parkplatz befinden sich einige Grillhütten. Wir lassen uns eine leckere Fischplatte zusammenstellen.

 

Am Strand
Am Strand

Freitag, 29. März 2013 und

Samstag, 30. März 2013

 

Essaouira - Sidi Kaouki - 27 km

 

Die Nacht auf dem Großparkplatz war erstaunlich ruhig, aber wir verlassen Essaouira, bevor die nächste Ladung Touristen kommt. In den kleinen Ort Sidi Kaouki ist es nicht weit. Ein herrlich langer Sandstrand mit heftigem Wind erwartet uns. Auf dem Naturcampingplatz „Loisirs“ nisten wir uns ein, wir hören den Atlantik rauschen, es sind nur wenige Womos hier, fast hat es den Charakter von „frei stehen“.

 

Ein Händler mit Fisch kommt angefahren, wir suchen uns 2 Prachtexemplare aus für 50 Dirham und er will sie für uns grillen und uns zu Mittag dann bringen.

 

Am Strand entlang laufen wir dann ein gutes Stück und liegen den ganzen Nachmittag faul im Womo und auf dem Liegestuhl herum. Der Wind ist leider kühl. Es ist wirklich erholsam nach den 3 Stadttagen. Nur schade, dass es außer Kamelen, Kühen, Schafen und Eseln noch nicht mal Brot im Dorf gibt.

 

Am Samstag löst sich das Brotproblem, ein Bauer kommt mit dem Eselchen dahergeritten und verkauft Brot. Wir unternehmen einen langen Spaziergang in Richtung Süden. Die Straße ist kaum befahren und als wir nach 3 Stunden wieder zurück sind, haben wir auch genug. 

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