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Wir waren ein paar Tage in Marokko

Mit etwas Verspätung!!

 

Reisebericht Schottland ist fertig.

Tamri, das Bananendorf
Tamri, das Bananendorf

Sonntag, 31. März 2013 bis

Montag 1. April 2013

 

Sidi Kaouki - Taghazoute (Agadir) - 139 m

 

 

Die Fahrt geht weiter nach Süden. Landschaftlich wird es endlich ein wenig interessanter. Es ist hügelig und grün, die Berge haben Baumbewuchs.

 

Der hört bei der Ortschaft Tamri auf, aber dort taucht dann auch wieder der Atlantik auf. Tamri wird auch Bananendorf Marokkos genannt und auch wir kaufen die süßen kleinen Früchte, die uns an Indien erinnern.

 

Gegen Mittag sind wir auf dem Campingplatz Terre d’Ozean, der hoch über dem Atlantik liegt und nur auf einer etwa 1 km langen Schotterpiste erreichbar ist. Der Blick ist sehr schön.

 

Nachmittags sonnen wir uns ein wenig und laufen dann den Hügel hinauf. Man kann sehen, dass der Weg sich ganz den Berg entlang zieht.

 

Es sind gute 20 km bis Agadir, die wir nach dem Frühstück am Montag mit dem Roller erkunden. Bloß gibt es in Agadir nichts zu erkunden.

 

Wir kurven ein bisschen durch die Stadt, laufen dann ein Stück die wirklich breite und gepflegte Strandpromenade entlang. Es reiht sich Hotel an Hotel, wie langweilig, nichts wie weg. Die Marina ist ebenfalls nicht sehenswert.

 

Einzig die Fischbuden hinter der Marina begeistern uns und Shrimps und gegrillter Fisch schmecken gut, allerdings will man uns da auch schon wieder um 30 Dirham bescheißen. Das macht doch keinen Spaß!

 

 

Dienstag, 2. April 2013

 

Taghazoute (Agadir) - El Guardane - 134 km

 

Wir kommen spät weg, umfahren Agadir auf der Schnellstraße, die sehr gut befahren ist. Dafür finden wir dann auch den „Marjane“ Supermarkt nicht. Wir sind schon fast am Flughafen und nix. Aber so langsam brauchen wir ein paar Sachen.

 

Also kehren wir um, kurven etwa eine ½ Stunde rum, fragen und dann endlich taucht er vor uns auf. Man könnte sogar mit dem Womo dort übernachten.

 

Wir fahren dann noch ca. 60 km bis zum Camping Jardin de la Koudya, einer Farm. Schon im Hof ist es idyllisch, überall Orangen und Kakteen. Wir fahren noch etwa 200 m auf einem Feldweg durch die Farm, dann kommt das Campinggelände. Die Plätze schön durch Bäume abgeteilt, alles wirkt friedlich und ganz ruhig. Es ist wirklich schön hier. Und endlich brennt die Sonne einmal heiß vom Himmel und nachdem wir genug davon haben, laufen wir die Farm ab. Alles ordentlich und gepflegt und überall die voll hängenden Orangenbäume. Wir können nicht widerstehen, pflücken und schälen eine, der Saft trieft nur so, aber sie schmeckt sehr bitter. Schade! Der Mais steht schon ca. 1 m hoch, Kürbisse sind dick wie Luftballons und eine hoch und ganz gerade gewachsene Palmenreihe ziert das Gelände.

 

Mittwoch, 3. April 2013

 

El Guardane - Taliouine - 140 km

 

Was ist denn das? Trüb und kühl!

Eigentlich wollten wir auf diesem schönen Platz noch einen Tag bleiben und mit dem Roller nach Taroudannt fahren, aber dann fängt es auch noch an zu tröpfeln und wir brechen unsere Zelte ab.

 

Wenige km sind bis Taroudannt zu fahren, das eine schöne und gut erhaltene Stadtmauer umgibt. An der parken wir auch. Das ganze Gelände ringsum sauber und gut gepflegt.

 

Wir finden die Medina nicht gleich und sofort kommt eine Pferdekutsche und will uns hinbringen. Als wir nein sagen, schickt er uns auch noch in die falsche Richtung und wartet, ob wir auch dorthin gehen. Nein!

 

Wir finden dann natürlich doch hin, am Eingang lauert schon einer, der uns für 30 Dirham führen will. Nein! In der Medina spricht uns einer an, der will nichts (ha, ha), schleppt uns aber dann durch den ganzen Berber-Souk in ein Geschäft, dort verkaufen sie Arganöl-Produkte. Nein!

 

Wir laufen dann weiter, erreichen den Platz Assaragh, im Zentrum der Medina gelegen, ganz nett mit Cafés, aber dafür haben wir jetzt keinen Blick. Wie kommen wir wieder raus? Da haben wir doch die Rechnung ohne den nächsten Helfer gemacht. Wir zeigen ihm, wohin wir wollen, aber wo führt er uns hin? In den Souk Assaragh, nur um exakt 20 Min. später wieder auf dem Platz zu landen. Nein! Inzwischen bin ich dieser Mentalität etwas überdrüssig und entsprechend schlecht gelaunt. Wir laufen dann einfach mal drauf los und siehe da, eine halbe Stunde später sind wir wieder am Womo.

 

Es ist ein weiter Weg nach Osten und auf der N 10 fahren wir heute noch bis Taliouine. Es geht stur geradeaus und alles ist topfeben, nur langweilig und die Straße ist in sehr schlechtem Zustand. Links ziehen sich die Berge des Hohen Altas, rechts der Anti-Atlas, die N 10 auf breiter Ebene dazwischen. Aber irgendwann schließen sich die Berge regelrecht als Kessel zusammen und es geht stetig bergauf.

 

In Taliouine gehen wir auf den Camping „Toubkal“, der auf mich ein wenig wie ein Friedhof wirkt von der Aufmachung her. Aber es stehen einige Womos da.

 

Wir laufen die etwa 3 km in den Ort, der rein gar nichts bietet. Wir sind zwar hier im Safran-Anbaugebiet und der wird auch überall angeboten, aber wir haben ja schon gekauft.

 

Es ist mittlerweile eiskalt geworden und wir sind froh, wieder am Womo zu sein.

 

Es ist eiskalt, aber alles blüht
Es ist eiskalt, aber alles blüht

Donnerstag, 4. April 2013

 

Taliuoine - Ait Benhaddou - 167 km

 

Die Fahrt geht weiter nach Osten über einen Pass, die Landschaft wird braun und karg, kein Baum mehr auf den Bergen zu sehen.

 

In Ait Benhaddou, das wegen seines Bekanntheitsgrades viele Touristen anzieht, ist es immer noch eiskalt und zeitweise regnet es.

 

Das alte Ksar (Dorf) ist ein wunderschönes Beispiel traditioneller Lehmbauarchitektur und wurde natürlich zum Unesco Weltkulturebe ernannt. Diverse bekannte Filme, wie Lawrence of Arabia und andere sind hier gedreht worden.

 

Nachdem im neuen Ortsteil die Übernachtungsfrage geklärt ist (beim Hotel Kasbah du Jardin), machen auch wir uns auf zur Besichtigung. Die Dorfstraße entlang geht es dann von Souvenirläden gesäumt hinunter zum Fluss, der noch Wasser führt und auf ausgelegten Sandsäcken überquert werden muss.

 

Das Ksar besteht aus einem Labyrinth an Häusern, die alle aus Stampflehm errichtet wurden. Wir treffen auf 2 deutsche Paare, die im selben Club sind wie Peter Ambos, mit dem ich Kontakt per mail aufgenommen hatte. Ich spreche sie an, weil ich dachte, vom Dialekt her könnten sie es sein. Und tatsächlich.

 

Wir laufen dann bis ganz hinauf auf den Hügel, von dem man einen fantastischen Rundblick hat. Unter uns das Dorf, das sich malerisch an den Hügel schmiegt, im Norden die Gebirgszüge des Hohen Atlas.

 

Zurück am Womo, bestellen wir für heute Abend eine Tajine mit Kefta (Fleischkügelchen) und so bleibt wieder einmal die Womo-Küche kalt. Kalt ist es dann auch im Restaurant, obwohl er für uns den Kamin anzündet, der aber erst Wärme abgibt, als wir fertig sind. Unsere Tajine ist dann schlichtweg eine Enttäuschung. Nicht mal eine Person würde satt werden.

 

Affenpfoten-Felsen
Affenpfoten-Felsen

Freitag, 5. April 2013

 

Ait Benhaddou – Dades Schlucht – 165 km

 

Kalt heute morgen.

Ouarzazate durchfahren wir nur, obwohl es einen sehr netten Eindruck macht. Weitläufig und sehr sauber, fast schon großstädtisch.

 

Nach der Stadt liegt rechterhand ein Stausee, die Straße ist recht gut, wir fahren durch bergiges Gebiet, nur Steinwüste, aber keineswegs langweilig.

 

Nach Skoura gibt es noch einige verfallene Kasbahs zu sehen, nichts von Bedeutung, was in den Reiseführern immer großartig „Straße der Kasbahs“ genannt wird. Die meisten liegen innerhalb von Ortschaften, die sich nun ineinander reihen und die Gegend etwas abwechslungsreicher machen.

 

In Boumalne biegen wir ab in die Dades-Schlucht, fahren noch 16 km bis zum Camping „Pattes de Singe“. Es ist eigentlich nur ein Gebäude mit Parkplatz davor, aber hier kommen wir gut unter, den weiter hinein in die Schlucht wollen wir nicht. Es liegt hier ca. 1.800 m hoch und entsprechend kalt ist es. Der Platz liegt genau gegenüber den „Affenpfotenfelsen“, einer Felsformation, die eben auch wie Affenpfoten aussieht.

 

Da es erst 13.00 Uhr ist, machen wir den Roller flott, packen uns warm ein und nachdem wir ausgiebig die Felsen fotografiert haben, geht’s los in die Schlucht. Zuerst kommen einige Örtchen, dann geht es steil in Serpentinen hinauf und bei km 32 gelangen wir zu engsten Stelle der Schlucht. Wir fahren noch gut 10 km, kehren dann aber um, weil direkt vor uns eine Schlechtwetterfron heranzieht und direkt auf uns zukommt. Kaum sind wir am Womo zurück, regnet es sehr heftig und hört für den Rest des Tages nicht mehr auf.

 

Samstag, 6. April 2013 bis

Sonntag, 7. April 2013

 

Dades Schlucht – Todrha Schlucht – 80 km

 

Heute ist es endlich sonnig und man spürt schon am Morgen die Wärme. Das tut richtig gut.

 

Bis zur Todrha Schlucht ist es nicht weit und wir sind schon um 11.00 Uhr da. Mit dem Roller fahren wir dann hinein in die Schlucht, die wirklich beeindruckend ist. Die Gebirgswände reichen 300 m steil hinauf, daneben das Flüsschen Todrha. An der engsten Stelle ist es ziemlich schroff und zerklüftet, aber eine einzigartige Landschaft begleitet uns dann auch weiter, bis wir das Dörfchen Tamtatouchte erreichen. Wir haben das Gefühl, hier ist Weltende und dies hier ist der Vorhof zum Nichts. Kaum jemand ist zu sehen, nirgendwo kann man einkehren. Wir fahren zurück und während wir wenden, kommen 4 Kinder, die mit Steinen auf uns werfen wollen. Bill hält direkt auf sie zu und dann laufen sie weg.

 

Am Nachmittag wird ausgiebig gesonnt.

 

Nach dem Frühstück beschließen wir, noch einen Tag zu bleiben. Es ist zwar noch sehr frisch, als wir ein Stück in Richtung Schlucht laufen. Wir wollten versuchen, in die Oasengärten hinabzusteigen, finden aber keinen Weg.

 

Wir fahren dann nach Tinerhir, heute ist großer Markt, kaufen Gemüse für die nächsten Tage und am Nachmittag wird gesonnt.

 

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