Bali Landleben - 21.Februar

Der heutige Tag ist zweifellos eines der Highlights dieser Reise. Was wir erlebt und wieviel Spaß wir hatten, werde ich kurz beschreiben, aber die Bilder sind weit aussagefähiger.

 

Wir starten um 7.00 Uhr und fahren mit 2 weiteren Teilnehmern, einem Paar unweit von Berlin, in Richtung Nord-West. Unterwegs steigt unser heutige Guide ein. Er heißt wie alle Erstgeborenen in Bali Wayan, nennt sich aber Dämon. Sofort erzählt er uns lustige Geschichten. Sein Deutsch ist ausgezeichnet, wir haben schon auf der Fahrt viel zu lachen.

In Mengwi besuchen wir den örtlichen Markt, er erklärt uns Früchte und Gemüse.

 

Die Fahrt geht in grobe Richtung Singaraya, vorbei an schön anzusehenden Reisfeldern, wir zweigen  von der Hauptstraße ab, fahren auf kleinen Nebenstraßen, die diesen Namen kaum verdienen, weiter. Zwischendurch ist es auch einfach mal nur ein Feldweg.

 

Der wohl größte Ficus Baum, den wir je gesehen haben, steht am Wegesrand, ist aber schlecht zu fotografieren.

 

Bei einer kleinen Häuseransammlung ist Endstation und wir sind am Ziel, auf dem Hof einer 39-köpfigen Familie. Mehrere Häuser liegen in einem wunderschönen Areal, gleich zu Beginn der familieneigene Tempel, jedoch auch bei den Häusern immer wieder kleine Tempelchen.

Zunächst begegnet uns nur eine alte Dame, die eine Paste herstellt, die gegen Schmerzen sein soll. Großzügig bestreicht sie unsere Beine. Na ja, es schadet ja nichts!

 

Ein jüngeres Mitglied wird uns vorgestellt, er fertigt kleine Namensschildchen für uns an (siehe Bild ganz oben).

 

Um die Ecke herum gesellt sich ein weiterer lustiger Bursche zu uns, eine zweite alte Dame köchelt an einem offenen Herdfeuer herum.

 

Jetzt ist Arbeit angesagt! Zuerst die Männer. Es gilt, eine Kokosnuss zu schälen. Dies geschieht mittels eines angespitzten Moniereisens. Wolfgang schafft es in etwa 10 Teilstücken. Danach zeigt uns die Oma, daß es auch zack-zack gehen kann.

Pause für die Männer, nun ist Frauenarbeit angesagt.

Die Stücke aus der Schüssel werden nun mit einer scharfkantigen Reibe zu Kokosflocken gerieben. Die Oma macht dies heute schon mittels einer Maschine, aber selbst die sieht vorsintflutlich aus.

 

Die nun geriebenen Flocken werden von der restlichen Flüssigkeit durch Auswringen in einem Tuch getrennt.

 

Nach so viel Anstrengung gibt es eine gute Tasse Kaffee und eine Leckerei mit Kokosflocken, nämlich süße Kartoffeln und Maniok mit Banane gefüllt. Schmeckt toll.

Keine Müdigkeit vorschützen!

Nach der Stärkung geht es durch den Dschungel treppauf - treppab in die Reisfelder. Obwohl ein Bach neben dem Fußweg herfließt, herrscht eine drückende Hitze und macht das Treppensteigen fast schon zur Qual. Aber es ist trotz allem wunderschön, weil alles so saftig grün ist.

 

Zuerst heißt es ein derzeit nicht bebautes Reisfeld umzupflügen. Dafür werden nach alter Sitte zwei Kühe angespannt, dahinter Holzpflug mit einem schmalen Holzsitz. Es wird uns gezeigt, wie es geht, dann los.

 

Da wir bis zu den Knien im Lehmwasser zu stehen kommen, entledigen wir uns unserer Hosen. Ich habe sowieso Angst, hineinzufallen.

Unser Fahrer holt uns ab und bringt uns zurück zum Anwesen der Familie. Wir nehmen ein spätes, aber umso köstlicheres Mittagessen ein und ein Bintang hat selten so gut geschmeckt.

Glaubt der Leser, wir hätten genug gearbeitet ?

Weit gefehlt!

Gut gestärkt wird uns nun die nächste Aufgabe gestellt - wir basteln Opferschälchen.

Wer mich kennt, weiß, daß ich mich bereits im Kindergarten Alter unserer Tochter meist ums Basteln gedrückt habe.

Jetzt muß ich da durch.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon fahren wir weiter.

Unsere Nachmittagsstationen sind eine Holzschnitzerei und Dämon zeigt uns sein Haus. Es ist lediglich die Oma zuhause, aber wir dürfen uns ungeniert umschauen.

 

Die beiden letzten Tage verbringen wir am Strand und nehmen langsam Abschied von einer wunderschönen Reise.