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Unsere kleine Deutschland-Tour

Reisebericht ist fertig!

Regenwald auf Borneo
Regenwald auf Borneo

 

Teil 1

 

4. – 9. März 2017

 

Pünktlich um 10.45 Uhr startet unser Flugzeug in Richtung Abu Dhabi, wir sind mit jeweils ganz knapp 20 kg pro Person wieder an der Grenze der Zulässigkeit. 6 Stunden dauert die 1. Etappe und außer einem schönen Sonnenuntergang gibt es keine nennenswerten Ereignisse.

 

Sonnenuntergang in den Lüften
Sonnenuntergang in den Lüften

 

Noch am gleichen Abend erfolgt der Weiterflug nach Kuala Lumpur und am nächsten Morgen reisen wir in Malaysia ein. Leider müssen wir unser Gepäck in KL in Empfang nehmen, alle Einreiseformalitäten samt Fingerabdruck erledigen. Mit einem kleinen Bähnchen geht’s in wenigen Minuten zum Domestic Terminal, wo wir quasi aus Malaysia wieder ausreisen (mit Fingerabdruck). Erneutes einchecken, etwa 1,5 Stunden später landen wir in Kuching auf der Insel Borneo. Wir reisen dann sozusagen wieder nach Malaysia ein (mit Fingerabdruck) und sind dann endlich da.

 

Ein bisschen k.o. von der Reise werden wir von unserer Reisebegleiterin, Jutta, begrüsst und mit dem Bus sind wir bald in der Stadt.

 

Unser Hotel in Kuching liegt sehr zentral, wie wir sehr bald feststellen. Zunächst aber findet sich unsere Gruppe, bestehend aus 20 Personen, im Restaurant des Hotels zusammen und Jutta erklärt uns einiges zur Stadt, gibt Tipps für den heutigen Abend und ist bereit, uns in die Stadt zu begleiten, damit wir uns einen ersten Überblick verschaffen können. Es dunkelt bereits, als wir an der Uferpromenade des Flusses Sarawak entlang flanieren, uns dann aber von der Gruppe entfernen, weil der kleine Hunger ruft.

 

Auf dem Dach eines Parkhauses offerieren diverse Essenstände Seafood, wobei man sich die Zutaten selbst zusammenstellen kann. Wolfgang ist in seinem Element. 6 riesige Tigerprawns, 6 Jakobsmuscheln, groß wie Riesenohren, Reis, Gemüse und das alles für etwa 10,- €. Ich bin etwas überfordert, bestelle irgendwas, das sich als Tofu entpuppt, wird aber ganz freundlich von der Bedienung gegen Gemüse ausgetauscht.

 

Müde kommen wir wieder im Hotel an.

 

Hotel Telang Usang in Kuching
Hotel Telang Usang in Kuching

 

Am Morgen des 6. März erwachen wir noch etwas unorientiert, nehmen dann aber sogleich an einem Ausflug zum Orang Utan Schutzgebiet und zum Sarawak Cultural Village teil. Mit 2 kleinen Vans gelangen wir nach einer halben Stunde Fahrt dort an.

 

Im Schutzgebiet befinden sich noch 28 Affen, das sich zeigende einzige Exemplar heißt Annuar. Dennoch ist es recht beeindruckend, wie sich der Orang Utan ganz geschmeidig durch die Bäume hangelt. Ganz nebenbei erfahren wir, dass die Gene dieser Affenart zu 96 % mit den menschlichen Genen übereinstimmen. Der Name sagt es schon: Orang = Mensch, Utan = Wald, also Waldmensch.

 

 

Die Fahrt zum Cultural Village dauert nicht sehr lange. Hier werden die Völker der Provinz Sarawak, der größten Provinz in Malaysia, den Touristen näher gebracht. 7 originalgetreue Gebäude der verschiedenen Ethnien kann man besichtigen. Die für die Touristen hergestellten Kekse und andere Kleinteilchen müssen wir natürlich auch gleich ausprobieren. Im klimatisierten Theater gibt es eine 1-stündige Show, in der traditionelle Tänze gezeigt werden. Nur leider ist es kalt wie im Kühlhaus.

 

 

Zurück in Kuching lassen wir uns am Museum absetzen, schlendern durch die Stadt mit ihren kolonialen Bauten, chinesischen Tempeln und alten chinesischen Geschäften, in denen Souvenirs und Delikatessen dargeboten werden. Wir essen genüsslich ein Eis und werden nie erfahren, ob das für Wolfgangs Magenzustand in den nächsten Tagen verantwortlich war. Auch bei Tag ist die Waterfront Promenade durchaus einen Spaziergang wert und schattig im grünen zu sitzen, einen Drink genießen und auf das gigantische Parlamentsgebäude auf der gegenüberliegenden Flussseite zu blicken, ist nach dem erlebnisreichen Tag sehr erholsam.

 

Diverse Katzen-Denkmäler geben der Stadt ihren Namen, denn Kuching bedeutet auf malaiisch „Katze“.

 

 

Nach so viel Kultur, nach so viel Stadt steht nur noch das Feierabend-Bierchen auf dem Programm. Und natürlich lassen wir uns auch heute wieder im Top Spot Food Court nieder, einmalig gut, auch nicht so hektisch wie am gestrigen Sonntag.

 

 

Am 7. März steht der Bako Nationalpark auf dem Programm, 40 km nördlich von Kuching gelegen. Es führt keine Straße in den Park und die Bootsfahrt entlang der Küste ist abwechslungsreich aufgrund der Steinformationen. Wir geniessen die Bootsfahrt sehr.

 

 

Von der Anlegestelle etwa 10 Minuten entfernt liegt das Hauptgebäude des Parks, umliegend auch kleine Holzhäuser, in denen man übernachten kann. Wir sind sehr gespannt, was die Pflanzen- und Tierwelt angeht, laufen durch einen Mangrovensumpf auf einem Bohlenweg entlang, um dann einen steilen Hang zu erklimmen, an dessen Ende ein Hochplateau mit insektenfressenden Kannenpflanzen bewachsen ist. Sehr hübsch anzusehen sind diese Pflanzen, für die sich der steile Aufstieg durchaus gelohnt hat.

 

 

Weitere tolle Fotomotive sind die Makaken-Affen, die Nasenaffen und ein grauslich anzusehendes Wildschwein treibt sich am Strand herum. Billy, unser örtlicher Guide, zeigt uns dann noch ein paar Schlangen.

 

 

Am frühen Abend kehren wir zurück. Für das Abendessen haben wir uns mit ein paar Teilnehmern aus der Gruppe im gegenüber dem Hotel liegenden Restaurant verabredet. Es nennt sich „Steamboat“, sowohl das Lokal als auch das Essen. Man zahlt 25 Ringgit (etwa 5,- €) und kann den ganzen Abend essen, soviel man möchte. Mit Gas beheizt gibt es einen kleinen Tischherd, auf dem sowohl ein Grill als auch ein Topf mit Wasser steht und hier kann man sich seine Speisen dann selbst zubereiten. Eine sehr gute Idee, das Lokal bietet eine reiche Speisenvielfalt, aber das giftgrüne und knallrote gummiartige Nachtischglibber lassen wir weg.

 

 

Auf dem Weg am 8. März zu den Iban, der wichtigsten Volksgruppe in Sarawak, machen wir nach 1 Stunde Busfahrt einen Stopp in der quirligen Stadt Serian, um auf dem überdachten Bidayuh-Markt das riesengroße Warenangebot zu bestaunen und auch zu probieren. Ach, man könnte sich nur so durch die Reihen schlemmen.

 

 

Auf der weiteren Busfahrt erfahren wir noch so einiges über Borneo. Die Insel ist weder erdbeben- noch taifungefährdet, dafür regnet es aber fast täglich, was uns jedoch nicht betroffen hat. Mit 2 Regenschauern während der ganzen Reise haben wir wieder widerlegt, was sonst ganz normal ist. Das größte der 13 malaiischen Bundesländer hat 2,4 Mio. Einwohner, die Hälfte davon lebt in Städten und die Iban machen etwa 29 % der Bevölkerung aus.

 

Sarawak exportiert Pfeffer und die ersten Einwanderer waren Chinesen, vorwiegend, um Handel zu betreiben. Auf 1 km² Regenwald kommen ca. 280 Baumarten und die Tigerorchidee ist auf Borneo beheimatet.

 

Die Flagge von Sarawak
Die Flagge von Sarawak

 

Erst in den 80-er Jahren wurde die Straße quer durch Sarawak asphaltiert. Wie gut für uns, denn nach einer Stunde Busfahrt gibt es eine weitere Kaffeepause in Lachau und hier kosten wir zum ersten Mal die malaiische Spezialität „Roti“, ein hauchdünn ausgebackenes Teig-Teilchen, mit Ei oder Gemüse sehr lecker.

 

 

Und dann sind wir am Fluss, um das letzte Stück mit dem Boot zum Langhaus zu fahren, in denen die Mehrheit der Iban noch heute lebt.

 

Traditionell sind sie etwa 180 m lang, 15-20 m breit, jede Familie hat ein eigenes Zimmer, das abgeteilt ist und ein Langhaus somit „hotelflur-ähnlich“ ist. Im Gemeinschaftsraum, sozusagen dem Dorfplatz spielt sich das soziale Leben ab und wir übernachten hier. Ich wäre am liebsten gleich umgekehrt, Wolfgang hat eine bereits vorhandene Magenverstimmung gleich mit Reisschnaps und einem Fernet Branca (von einem Gruppenteilnehmer) bekämpft.

 

 

Von der Anlegestelle aus führt ein schmaler Trampelpfad zum Haus, rings um das Haus ein unbeschreiblicher Dreck, Menschen, Tiere, Müll, alles in wildem Durcheinander.

 

Zu unserem Entsetzen ist heute auch noch ein alter Mann gestorben und liegt nun im Gemeinschaftsraum direkt neben seinem Sarg und wir nächtigen auf Matratzen, umhüllt mit Moskitonetzen in nicht allzu weiter Entfernung. Ganz wohl ist uns nicht, aber bald stellt sich heraus, dass unsere Sorgen unbegründet sind.

 

 

Von fern und nah kommen Menschen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen und das nicht etwa in der uns bekannten Trauerart, nein, hier werden Hühner und ein Schwein geschlachtet, jede Menge Reiswein getrunken und tüchtig gefeiert.

 

 

Und ungeachtet dessen, wird uns zu Ehren auch noch eine Tanzdarbietung gegeben, Hund und Katz laben sich an den Tierabfällen und trotz lautstarker Feiern die ganze Nacht hindurch kommen wir zu einem Quäntchen Schlaf. Es frage sich bitte keiner, wie der nächtliche Toilettengang aussah.

 

 

Wir sind aber froh, dass wir am nächsten späten Vormittag wieder in die „Zivilisation“ zurückkehren dürfen.

 

Die Fahrt zurück nach Kuching am 9. März gestaltet sich ganz ähnlich wie die gestrige Fahrt, wobei wir heute neben Stopps in Lachau und Serian auch noch bei einem Pfeffergarten Halt machen, um uns dort ein wenig umzuschauen.

 

 

 

 

 

Um 15.30 Uhr sind wir wieder im Hotel, beziehen das gleiche Zimmer. Wir halten uns nicht lange auf, bummeln dann wieder durch die gemütlich anmutende Stadt. Das Abendessen in einem weiteren benachbarten Lokal dicht am Hotel findet heute nicht unsere Zustimmung, dafür der Schlummertrunk gegenüber in einer Baude umso mehr.

 

 

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