Mamallapuram

Pondicherry

Thanjavur

Trichy

Madurai

Freitag, 16. März und

 

Samstag, 17. März

Wir starten am Freitag in Frankfurt, fliegen über Colombo nach Chennai. Nach 10 Stunden Flug, 3 Stunden Aufenthalt in Colombo und einer weiteren guten Stunde Flug finden wir das mühsame Einreiseprozedere nicht amüsant und sind leicht genervt.

Von Chennai aus fahren wir ins 50 km südlich gelegene Mamallapuram, einem kleinen Küstenstädtchen am bengalischen Meer. Die Lage des Hotels ist fantastisch, das Hotel weniger. Nach einer allgemeinen Begrüßung durch unseren Reisebegleiter und erstes Schnuppern der Gruppe an sich – wir sind 14 Personen – brechen wir gleich zu einer Strandwanderung ins Örtchen auf, wo wir in einem Strandrestaurant leckeren Fisch bzw. Prawns essen und der Urlaubsauftakt somit ein gelungener ist.

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Sonntag, 18. März

Wieder am Strand entlang laufen wir zum Seashore Tempel, dessen Bauweise in ganz Südostasien nachgeahmt wurde. Aufgrund des heutigen Sonntags ist er auch gut von Einheimischen besucht.. Die 5 Rathas, Steintempel aus dem 7. Jh. Und Vishnu und Shiva geweiht, ein gutes Stück südlich gelegen, erkunden wir natürlich auch.

Danach geht es hinauf zum Leuchtturm, der uns einen herrlichen Blick über den Ort und die Gegend bietet. Über einen angelegten Fußweg entlang einiger Höhlen endet dieser bei Krishnas Butterkugel, von der man annimmt, sie kugelt gleich den Berg herunter. Auch heute erreichen die Temperaturen wieder etwa 35 Grad und das wird sich nicht ändern und am ersten Tag macht uns die Hitze doch noch ein wenig zu schaffen.

Ein Mittagsstopp in einem Café tut deshalb gut und die im Anschluss folgende Ayurveda Massage entspricht zwar nicht ganz genau unseren Vorstellungen, entspannt aber dennoch. Zum Abendessen landen wir wieder in dem Strandrestaurant und der mich anlachende und bestellte Barracuda wandert in einen anderen Magen. Incredible India!

 

Montag, 19. März

Die Fahrt geht 100 km Richtung Süden nach Pondicherry, Stadt und Staat zugleich. 1947, als Indien unabhängig wurde, vereinigte man etwa 560 Königreiche in den jetzigen Staat Indien.

 

Pondicherry gehörte der Herrscherdynastie der Pallavas an, im 18. Jh. War es französische Kolonie, davon zeugen noch einige Häuser und Straßennamen. Pondicherry war auch ein wichtiger Handelshafen an der Seeroute nach Fernost. Ein Zyklon zerstörte im Dezember 2011 weite Teile der Stadt.

 

Die Landschaft ist topfeben, linkerhand das Meer, davor rote, dünenähnliche Erde, kleine Ortschaften, Palmenhaine und Salzsalinen im Wechsel.

 

Am Strand von Pondicherry
Am Strand von Pondicherry

Um die Mittagszeit laufen wir die gänzlich schattenlose Strandpromenade nach Süden, um in einem netten Restaurant am Meer zu essen. Gut gestärkt erkunden wir danach das französische Viertel, die Kirche Notre Dame ist leider geschlossen, dafür ist die Ruine des „Hotel de Ville“ frei zugänglich.

 

 

Durch einen kleinen Stadtpark erreichen wir wieder das indische Viertel und sehen zunächst einen Beerdigungszug, der uns auch ein paar Fotos wert ist. Man freut sich für den Toten, der geht jetzt in ein besseres Leben ein.

Ein erster Marktbesuch ist ein Erlebnis für sich. In einem netten Restaurant beenden wir den Abend auf dessen Dachterrasse und kämpfen uns durch die vollgestopfte und verkehrsreiche Mahatma Ghandi Road zum Hotel zurück.

 

 

 

Dienstag, 20. März

60 km südlich kommen wir nach Chidambaran, der früheren Hauptstadt des Königreiches der Cholas. Wir besichtigen den Sabhanayaka Nataraja Tempel, der ein wichtiger Pilgerort Südindiens ist.

 

Eine weitläufige Tempelanlage mit 4 Haupt- und etlichen Nebentempeln. Total beeindruckend für uns sind die hier wirklich religiösen Menschen und unsere Kameras laufen heiß. Die Türme der Tempel symbolisieren den mystischen Berg Mehru, den Berg der Götter in Buddhismus und Hinduismus.

 

Der Ort ist laut, chaotisch, Menschen, Tiere, Fahrzeuge – alles wild durcheinander auf der Straße.

 

 

In einem kleinen Dorf machen wir einen Fotostopp.

Ein unbestrittetens Hightlight unserer Reise ist der Brihadishvara Tempel mit seinem 55 m hohen Turm auf dem Programm. Dieser Tempel, Gott Shiva geweiht, ist heute Unesco Weltkulturerbe.

 

 

Nach 250 km Fahrt erreichen wir unser heutiges Ziel, die Stadt Thanjavur. Ein Absacker im Garten tut nach so viel Kultur gut.

 

 

 

Mittwoch, 21. März

Eine verkehrsreiche Straße, 2 Brücken ohne Fussweg , was ja in Indien normal ist, aber hier sehr eng und gefährlich, müssen bewältigt werden, um zum Brihadeshvara Tempel zu gelangen. ALLE Tempel Indiens müssen ohne Schuhe betreten werden. Tempelsocken in der Tasche gehörendeshalb zur täglichen Ausrüstung.

 

Dieser Tempel wurde 1010 erbaut und folgt einem ganz symetrischen Plan. Durch 3 Eingangstore gelangt man in das von Mauern umgebene Areal. Am 2. Tor wartet der Tempel-Elefant, der Pilger und Touris mit seinem Rüssel segnet – uns nicht.

 

 

Der Innenhof, der begrenzt wird mit einem Nandi (Bulle), dem Leittier Shivas und einer Säulenhalle, verleiht dem Ganzen eine ruhige Atmosphäre – ja, wir suchen bereits nach 5 Tagen Ruhe!.

 

Den Zentralbereich bildet eine vielgeschossige Pyramide mit einem Umwandlungsgang mit Fresken an den Wänden. Dafür sind wir sehr dankbar, können wir doch im Schatten laufen.

 

Wir haben uns reichlich Zeit gelassen, was bei der Hitze entspannend ist und erreichen zu Fuß nach einer kurzen Pause in einer Kneipe kurz vor 13.00 Uhr den Maharadja Palast, der genau dann seine Tore zur Mittagspause schließt. Wir können uns gerade noch die Bibliothek ansehen. Außer der Art-Gallery, einer Sammlung von Bronze- und Steinfiguren, wirkt das großzügige Gelände eher schmutzig und vernachlässigt.

 

Das „Emporium“, eine staatlich geführte Handwerks- und Souvenir-Herstellung schließt Gott sei Dank nicht und 2 Seidenschals wechseln den Besitzer.

 

Weit wäre es ja nicht mehr zu Sathars Restaurant, aber unsere Füße sind müde und die Tuc-Tuc Fahrer begierig auf Gäste und wir hoffen auf ein Bierchen. Weit gefehlt – es gibt nicht mal Soda.

 

Ein wenig schlapp nutze ich das Angebot des freien Internets im Hotel und beim anschließenden Relaxen im Garten, diesmal mit einem kühlen Bier, erwachen die Lebensgeister wieder.

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 22. März

 

wir sind im Bundesstaat Tamilnadu

Eine kurze Strecke von 60 km ist heute von Thanjavur nach Trichy zu bewältigen. Bereits um 8.30 Uhr stehen wir vor dem Tempel Sri Ranganatha-Swami.

 

Er verfügt über 7 Tore. Zwischen den einzelnen Toren betende Gläubige, fahrbare und feste Stände, überall silberne Tonnen für Spenden und kleine Opferaltare. Am Ende des 7. Tores befindet sich der innere Hindu-Tempel, der wie immer für Nicht-Hindus nicht betreten werden darf. Alles in allem wirkt es ziemlich unspektakulär, nur wenn man bedenkt, dass die 7 Tore in jeder Himmelsrichtung vorhanden sind, ist es eine beeindruckende Anlage, vor allem der 73 m hohe Haupteingangsturm.

 

Nach wenigen Fahrminuten erreichen wir einen weiteren Tempel, der sich innerhalb der Anlage weit verzweigt und mit vielen Säulen versehen ist. Ein geschmückter Tempelwagen davor lässt auf ein Fest schließen.

 

Denken Sie an dieser Stelle nicht, unsere Reise besteht nur aus Tempeln. Lassen Sie unsere Fotos auf sich wirken, nehmen Sie ein kleines Stück Südindien mit, auch wenn mein Bericht bis hierher etwas trocken wirkt.

 

Durch den dichten Stadtverkehr dieser mit 870.000 Einwohnern großen Stadt kämpfen wir uns langsam vorwärts, wo wir in einem netten Hotel mit 2 Restaurants (nur vegetarisch und nichtalkoholisch) untergebracht sind, aber der Pool entschädigt für alles. Nix wie rein.

 

Heute lernen wir zu essen wie die heimische Bevölkerung. Bananenblatt statt Teller, eine Kelle voll Reis wird drauf geklatscht. Drapiert wird davor jeweils ein Löffel Karotten-, Kartoffel- und ein undefinierbares Gemüse, 4 Schälchen Sauce. Man nehme nun die rechte Hand, forme kleine Häufchen und bringe diese ohne Verlust zum Munde. Eine gut schmeckende Sauerei, echt! Nachschlag kostenlos – für 0,70 Cent geht man gesättigt wieder davon.

Anmerkung: In jedem Lokal gibt es in der Gaststube eine Waschgelegenheit, eben für solche Mahlzeiten, denn der Inder isst üblicherweise mit der Hand. Auch bei der gehobenen Schicht haben wir das beobachten können.

 

Nach dieser Erfahrung nehmen wir uns zu 4. Ein Taxi und fahren zum Rock Fort, einem 83 m hohen Felssporn, der in der Ebene des Cauvery-Flusses nicht zu übersehen ist. Von einer kleinen Basar-Straße, in der wir ein großes Kaufhaus (große Kaufhäuser haben immer nur Saris und Seidenstoffe) durchstöbern, führt eine kleine Gasse zum Eingang des Forts. 437 schweißtreibende Stufen führen hinauf, von denen wir nicht annahmen, dass sie ohne Schuhe zu begehen sind. Im letzten Drittel nach oben springen wir nur noch über gefühlte 200 Grad heiße Platten. Die Aussicht ist nicht überwältigend. Wieder unten finden wir kein Taxi und quetschen uns alle 4 in ein Tuc-Tuc, finden das Einschichten jedoch so amüsant, dass wir diese Fahrweise von nun an immer mit viel Gelächter praktizieren.

Wenigstens einen guten Kaffee können sie hier im Hotel kochen, als wir zurück sind und ein erfrischendes Bad im Pool - Herz, was brauchst du mehr ? Das Abendessen nehmen wir auf der Dachterrasse des gegenüberliegenden Hotels ein und auch wenn der Service nicht so klappt (incredible India), es ist gut und nett.

Incredible India ist der Name einer Marketing Campagne, den die indische Regierung 2002 geschaffen hat, um für mehr Tourismus im Land zu werben.

(Wikipedia)

 

Freitag,  23. März

Wir verlassen Trichy in Richtung Madurai, wohnen unterwegs einer Tempelzeremonie auf freiem Feld bei, die Landschaft besteht aus Reisfeldern, vielen Bäumen, Palmenhainen, Wasserstellen wie kleine Seen für das Vieh, aber auch viel Brachland.

Tamilnadu's umstrittene Ministerpräsidentin
Tamilnadu's umstrittene Ministerpräsidentin

In einem kleinen Dorf halten wir an, laufen die Dorfstraße ab und siehe da, in einem Lädchen gibt er herrlich schmeckendes Hefegebäck.

Gegen Mittag erreichen wir Madurai, nehmen uns gleich zu viert ein Tuc-Tuc und fahren zum 12 km entfernten Tiruppapakunram Tempel, der direkt auf einem runden Felsen liegt. Unser Fahrer hat Formel 1 Qualitäten, er saust mit einer Geschwindigkeit die Straße entlang, die schon lebensgefährlich ist und einer Autoscooter-Bahn nicht unähnlich. Für die Rückfahrt bestellen wir ihn dann wieder.

 

Man kann den Felsen natürlich besteigen, was wir auch tun, aber sehr schweißtreibend ist. Linkerhand liegt noch ein kleiner Tempel, dort hinauf geht es noch in Stufen, aber zum eigentlichen Tempel läuft man nur noch über glatte Felsen. Ich passe, warte unterwegs dann im Schatten, umgeben von lauter Affen.

 

Natürlich ist unser verkappter Schumacher um 17.00 Uhr nicht da (incredible India), wir warten eine halbe Stunde, lassen die Fotos klicken, es gibt herrliche Motive rundherum, nehmen uns letztendlich 2 Tuc-Tucs wieder zurück ins Hotel. Auch hier gibt es eine schöne Dachterrasse, auf der wir den Abend verbringen.

Samstag,  24. März

 

Sie raten nicht, was wir heute unternehmen ? Ein Tuc-Tuc bringt uns zum Sri Meenakshi-Tempel, der von allen 4 Seiten mit einer verkehrsberuhigten Straße umgeben ist, was die Besichtigung ungeheuer erleichtert. Am Ost-Eingang geben wir die Schuhe ab, also müssen wir dort auch wieder hinaus. Weniger beeindruckt der Tempel als das bunte Treiben drum herum. 10.000 Besucher täglich sind hier anzutreffen, die mit 1.000 Granit-Säulen gebaute Halle ist jedoch relativ ruhig. Die Säulen sind meisterlich mit Löwen, springenden Pferden und Fabelwesen dekoriert.

Die um den Tempelkomplex herumführenden Straßen sind gesäumt mit Stoffgeschäften und Schneidereien. Die meisten verlangen horrende Preise, aber wir gelangen in ein sehr hübsches Geschäft, in dem wir aufmerksam und vor allen Dingen unaufdringlich und seriös bedient werden. Wir dürfen aussuchen, anprobieren, man nimmt sich Zeit für uns. Ich erstehe ein schönes Kleid.

Die ausgesprochene Empfehlung für ein Restaurant, in dem wir wieder auf einem Bananenblatt serviert bekommen und mit der Hand essen müssen, ist ausgesprochen gut. Die meisten Gäste schauen uns jedoch eher verwundert an, wie wir dort wohl hingekommen sind ?

 

Nun geht unsere Shopping-Tour weiter. Wir zwei Frauen sind da ziemlich unermüdlich und unsere Männer recht geduldig.

 

Ein Tuc-Tuc bringt uns anschließend zum Tirumalai-Nayak-Palast im indo-islamischen Baustil, einigermaßen pfleglich behandelt und wunderschön anzusehen, obwohl man nur den Innenhof besichtigen kann. Privatgemächer und Haremsbereich sind gänzlich verschwunden.

 

Weiter hinten sehen wir eine blau-weiße Zuckerbäcker-Kirche, die in den Farben von Mutter Theresa neu gestrichen wird. Der vorherige Anstrich in beige-braun ist auch noch gut erhalten. Leider ist die Kirche verschlossen.

 

Müde, aber mit vollen Taschen und vielen Eindrücken geht es zum Hotel zurück, die Dachterrasse wartet schon auf uns.

 

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