Maduresisch, sundanesisch, javanisch, malaisch und noch viele andere Sprachen werden in Java gesprochen, 500 Ethnien umschliesst das Land Indonesien.

Inseln ? 13.000 oder 17.000 ?

6.000 km von Ost nach West

2.000 km von Nord nach Süd

Jakarta - die pulsierende Metropole des Landes mit 18 Mio. Einwohnern (alle Randgebiete eingeschlossen) eher ein Moloch als noch das Batavia der Holländer.

 

Weiter geht unsere Statistik nicht - einschlägige Literatur beschreibt es landeskundlich weit besser. Beschreiben wollen wir nun unsere Erlebnisse .....

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Nach einer kleinen Aufregung in Frankfurt (Brigitte hat ihren Pass verloren), gelangen wir nach 12 endlosen Flugstunden und einem ziemlich dürftigen Service in Kuala Lumpur, Malaysia an, um noch 2 weitere Stunden nach Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, abzusitzen.

 

Schwül warmes Wetter empfängt uns und nach einem Geldumtausch sind wir Millionäre ! 1 Euro = 12.000 Rupia.


Auch unsere Reisebegleiterin sowie ein bequemer klimatisierter Bus empfangen uns, letzterer wird uns bis nach Bali begleiten.


Eine gute Stunde benötigen wir, um vom Flughafen ins Stadtzentrum, das als solches nicht zu erkennen ist, zu gelangen. Jakarta sieht auf den ersten Blick überall gleich aus, Hochhäuser von futuristisch bis verschnörkelt sind durchsetzt von kleinen Behausungen bis hin zu Wellblechhütten.


Nach einer kurzen Erfrischungspause geht es mit 4 Taxen gleich zur ersten Besichtigung, dem Sunda Kelapa Hafen. Sunda Kelapa ist der älteste der Häfen der indonesischen Hauptstadt Jakarta. In diesem Hafen findet man die weltweit größte noch existente Flotte von Lastensegelschiffen, die die gesamte südostasiatische Inselwelt mit Waren bereist.

 

Natürlich steht uns sofort ein Guide zur Verfügung, das wird von nun an auf der ganzen Reise so sein. Für viele Menschen ist das die Haupteinnahmequelle und wir als Gruppe profitieren ungemein, schauen wir so doch auch hinter die Kulissen.


Und natürlich dürfen wir ein Schiff besichtigen. Mit einer Kletterpartie über eine Mauer, einem Balanceakt auf einer Bohle befinden wir uns dann auf einem Frachtensegler, der z.Z. im Hafen liegt und schauen uns ganz gründlich um.

 

Im Anschluss werden wir (freiwillig) auf kleine Boote verfrachtet, es folgt eine Rundfahrt durch den Hafen, die mit einem Rundgang durch das Buginesendorf endet. Die Bewohner hier sind fast ausschliesslich im Sunda Kelapa beschäftigt und haben sich daher sehr nah auf relativ kleinem Raum an diesem Hafen angesiedelt. Durch das Dorf gibt es nur sehr kleine Gassen, meist Gehwege, man lebt dicht gedrängt beieinander, Privatspähre dürfte hier kaum bekannt sein.

 

Das Wetter ist wolkig und es tröpfelt, als wir in den Stadtteil Kuta laufen, dem alten Handelszentrum der Holländer. Die restaurierte Hühnermarkt-Zugbrücke scheitert an dem Versuch, an diesem tropischen Ort eine holländische Umgebung nachzubilden.

Dieser tropische Ort zeigt sich nun von der Regenseite her in seiner vollsten Grösse und wir können nur ins Café Batavia flüchten. Die Regenzeit ist nicht vorbei, wir werden täglich erleben, wie der Himmel mal mehr, mal weniger seine Schleusen öffnet. Hier und heute gibt er wahlich sein Bestes.

Der Tag wird im Hotel bei einem Abendessen und einer Vorstellungsrunde beendet.

 

Der nächste Vormittag steht ganz im Zeichen des Botanischen Gartens in Bogor. In einem knapp 2-stündigen Runggang erklärt uns Udin die heimische Flora. Die Abteilung Mexiko finde ich ganz besonders schön, im übrigen sagen die Bilder in der Fotogalerie Westjava einiges über den Garten aus.

 

Gegen Mittag erreichen wir den Pancak-Pass, der herrliche Ausblicke auf die gesamte Landschaft bietet. Wir haben uns bislang nicht sattsehen können an der üppigen grünen Landschaft, überall Reisfelder und -terrassen, Millionen von Palmen und Bananenbäumen. 

Flankiert wird der Pass von terrassierten Teefeldern, an denen Teepflückerinnen eifrig die Pflanzen schneiden.

 

Gegen 17.00 ist das Tagesziel, Bandung, erreicht.

Die einzige Attraktion hier ist das "Paris of Java", ein Einkaufszentrum der Superlative (für Java). Von Esprit bis Bata Bata bietet diese Shopping-Mall alles, was das indonesische Herz begehrt, sich aber nicht leisten kann.

Interessant für uns sind nur die ringsum liegenden kleinen Kneipchen und Bistros, in denen wir einen Happy-Hour Cocktail zu uns nehmen wollen. Die Preise hier sind durchaus nicht happy, man gewöhnt sich schließlich innerhalb eines Tages an ein anderes Preisniveau.

Ein Ende dieses Dramas ist nicht abzusehen, denn es beginnt wie aus Eimern zu schütten und uns bleibt nichts anderes übrig, als doch irgendwo einzukehren (bei Manchester United !), das hat aber den Vorteil, 2 Bier bestellen - 1 bezahlen. Wollen wir nicht an Überalkoholisierung enden, müssen wir uns etwas einfallen lassen. Die Lösung heisst Carrefour im Untergeschoss. Wir kaufen 2 Schirme und ein Paar Badesandalen.

Zurück kämpfen wir uns durch die Flut - Wolfgang barfuss mit hochgekrempelten Hosen, ich mit Badeschuhen und dito Hose. Unsere Schirme halten stand (es ist ja auch die Luxusausführung), dennoch sind wir durchnässt, als wir nach 10 Minuten das Hotel erreichen.

 

 

Die Fahrt geht quer durch Java, durchzogen von fruchtbaren Reisfeldern, die jährlich 2 - 3 Mal geerntet werden, je nach Reissorte, landschaftlich ein Traum.


Am frühen Vormittag erreichen wir Chandi Cangkuang (Chandi = Tempel), ein kleines Dorf, dessen Attraktion der See mit dem auf einer Insel stehenden einzigem Hindu-Tempel in Westjava ist. Zunächst bringen uns Kutschen vom Dorf zum See, dann geht es mit Flössen weiter über den kleinen See bis hinauf zum Tempel. Es wird gesagt, daß ein Moslem eine Hindu-Frau geheiratet hat, für die der Tempel gebaut wurde. Er zeugte mit ihr 6 Töchter und 1 Sohn, für die im Dorf auf der Insel 6 Häuser und 1 Moschee stehen. Bis heute ist es Tradition, daß die Häuser von den jeweils ältesten Töchtern bewohnt werden.

 

Nach weiterer Fahrt durch die wirklich spektakuläre Landschaft stoppen wir in einem typisch sundanesischem Dorf, das nur zu Fuß über etwa 450 Treppenstufen nach unten in ein Tal zu erreichen ist.

Ca. 100 Familien wohnen in dem kleinen Dorf, das über keinen Strom, jedoch über etliche Fernseher verfügt. Mühsam wird der Strom hier mittels Batterie, die immer nach oben zu schleppen sind, geladen.

Die Frauen flechten Körbe und andere Handarbeiten, man lebt in einer großen Gemeinschaft zusammen mit den Hühnern.

Nach langer Fahrt am Nachmittag erreichen wir abends Pangandaran, einem Ort am Indischen Ozean. 

 

In Pangandaran werden wir 2 volle Tage bleiben. Das heisst nicht, daß wir hier jetzt trödeln, nein, nach einem guten Frühstück am Pool mit Eiern und Pfannkuchen haben wir zu viert einen Ausflug in den Green Canyon gebucht.


Zuerst besichtigen wir jedoch eine "Kropok" Herstellung, uns bekannt unter dem Begriff "Puffreis", dann eine Braunzucker- und Kokosnussverarbeitung, anschließend sind wir beim Holzschnitzer, der Holzpuppen schnitzt, bemalt und danach Theatervorstellungen mit ihnen gibt.

 

Alles wird natürlich ausprobiert. Kropok wird mit Tapiokamehl hergestellt, das mit einem Sud von Fischen, verfeinert mit Salz, Zwiebeln und Knoblauch, gekocht wird, dann zu Teig geformt, Plätzchen ausgestochen  und getrocknet, später wird es dann in Öl fritiert.


Den braunen Zucker haben wir mit Tee gekostet, beim Puppenschnitzer hätten wir nicht so gut abgeschnitten, es fehlt an Fingerfertigkeit.

 

Am Green Canyon steigen wir in ein kleines Boot um, das zunächst den Fluss, er ist tatsächlich ganz grün, entlangfährt, bis wir zu Felserhebungen im Fluss kommen, die ein Weiterfahren unmöglich machen. Jetzt heisst es schwimmen und das macht den Reiz des Ganzen. Wir klettern mehrfach über Lavafelsen, schwimmen unter Begleitung eines Guide ein gutes Stück den Fluss hinauf, wobei wir sehr gut auf die Strömung aufpassen müssen, damit wir nicht wieder zurück bzw. an die Felsen getrieben werden. Es ist spassig, aber auch nicht ganz ungefährlich. Annett aus unserer Gruppe springt dann noch von einem hohen Felsen direkt in den Fluss und zurück lassen wir uns dann von der Strömung treiben.


Ausgeruht mit einem herrlichem späten Mittagessen wird am Strand Batu Kamas, der aufgrund seiner geringen Strömung auch Schwimmen ermöglicht.

 

Nach einem weiteren guten Omlett- und Pfannkuchenfrühstück haben wir heute vor der Abfahrt noch reichlich Zeit, um die Strandstrasse von Pangandaran zu erkunden. Der Ort wurde im Juli 2006 von einem verheerenden Tsunami heimgesucht, ist aber weitgehenst wieder aufgebaut. Am Strand gebaute Wachttürme (die aber nicht besetzt sind), Hinweise zu Fluchtwegen, sollen ein weiteres schweres Beben wohl schon im voraus erkennen.

Der Strand ist wegen seiner Strömungen nur an wenigen Stellen zum Schwimmen geeignet, daher dient er auch als Liegeplatz für alle Boote. 


Wir beobachten eine geraume Zeit Fischer, die ein Netz aus dem Wasser ziehen. Wir glauben, daß sich ein Superfang darin befindet, weil immer mehr Fischer dazukommen, um das Netz zu ziehen. Am Ende sind einige Eimer mit kleinen Fischen die ganze Ausbeute.

 

Gegen Mittag fahren wir ab in Richtung Osten und mit Zentraljava geht es auch weiter.  

 

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