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Die Weiterfahrt führt uns nach Wonosobo. Teakholz- und Kautschukwälder sehen wir am Wegesrand. Die Landschaft ist unvergleichlich schön.

 

Wir schrauben uns die terrassierten mit Gemüse bewachsenen Berge hinauf zum Dieng-Plateau, einem Hochplateau vulkanischen Ursprungs, zu dem die Hindukönige vor mehr als 1300 Jahren ihre Kultur nach Zentraljava brachten und diese großartige Kulisse zur Erbauung ihrer Tempel nutzten. Alle 8 noch erhaltenen Tempel sind Shiva geweiht.


Die düstere Bauweise löst jetzt keinen Begeisterungssturm in mir aus - Wolfgang muss aufgrund eines verdorbenen Magens zurückbleiben. Aber die ganze misteriös wirkende Landschaft mit den angrenzenden noch brodelnden kleinen Kratern auf mehr als 2.000 m Höhe ist einfach eines der Highlights dieser Reise. 

 

Wolfgang wird es noch 4 weitere Tage schlecht gehen, so fällt zunächst das Mittagessen zurück in Wonosobo für ihn aus und danach ebenfalls der Besuch einer der größten buddhistischen Tempelanlagen der Welt, dem BOROBUDUR. Das Bauwerk ist eine kolossale 9-stöckige Stufenpyramide und stammt aus der Zeit, als hinduistische und buddhistische Dynastien prachtvolle Sakralbauten erschufen. Der riesige Stupa mit 3 Ebenen (auf jeder 3 Stockwerke) stellt die Dreiteilung des Menschen im Mahayana Buddhismus (der ist uns schon in Vietnam begegnet) dar. 

Borobudur wurde unter Vulkanasche begraben und versank jahrhundertelang in einen Schlaf und wurde erst 1814 von dem holländischen Archäologen Raffles wieder entdeckt.

Der Tempel besteht aus 2 Mio. Quadern und ist 110 m lang in der Seite. Umrundet man den Schrein im Uhrzeigersinn in allen Ebenen, legt man eine Strecke von mehr als 5 km zurück und kann dabei die mehr als 1200 Wandreliefbilder betrachten, die das Leben Buddhas bis zu seiner Erleuchtung nachverfolgen. 

Für die buddhistische Welt ist Borobudur ein bedeutendes Pilgerziel und für die Touristen aus aller Welt ein Magnet ersten Ranges.

 

 

Yogjakarta, der kulturelle Mittelpunkt Zentraljavas liegt noch eine gute Stunde entfernt. Unser hübsches Hotel liegt zentral, jedoch abseits der Straße in einem großen Garten und unser Zimmer liegt in einem Bungalow mit einem kleinen Vorgarten davor.

Ein abendlicher Bummel mit einem guten Essen - der Tag klingt aus.

 

Nach einem ausgedehnten und leckeren Frühstücksbuffet (schließlich ist heute Ostersamstag) verteilen wir uns auf die vor dem Hotel wartenden Rikschas, hier "Becak" genannt, die uns zum Kraton, dem Sultanspalast radeln. Der Kraton war eine von Mauern umgebene Stadt in der Stadt, in der tausende von Menschen lebten und arbeiteten. Zwischen den Hauptgebäuden liegen zahlreiche offene Pavillions inmitten von Höfen, es werden Gamelan-Konzerte und klassische Tanzveranstaltungen aufgeführt.


Eine nette weibliche Führung, die leider ein ganz furchtbares Deutsch spricht, nimmt sich unser für die nächsten 2 Stunden an.

 

Nach einem ausführlichen Rundgang schauen wir uns noch die 11 Uhr Tee Zeremonie an. Die Frauen richten täglich den Tee für den Sultan (der ist natürlich nur 2 Tage im Jahr anwesend).


Und hier werden wir zum ersten Mal sehen, wie traumhafte Stoffdesigns in vielen Arbeitsschritten entstehen. Die Muster, die durch Auftragen von heissem Wachs ins Gewebe des Stoffes erscheinen, sind ganz filigran und durch feine Risse in der Wachsschicht entstehen diese kunstvollen Batikeffekte. Eine aufwändigere Handarbeit habe ich kaum je gesehen.


Zum Schluß lauschen wir noch eine kleine Weile den Puppenschattenspielern, die von einem für unsere Ohren grauenhaften Orchester begleitet werden. Jedoch eine langweilige Angelegenheit, denn die Schattenpuppen bewegen sich keinen Millimeter.


Um ein paar Ecken herum vom Kraton liegt das Wasserschloß Taman Sari, das dem Sultan als Lustschlösschen diente.

 

Den Besuch des Vogelmarktes schenken wir uns und wenden uns profaneren Dingen zu, dem shoppen.

Unsere Becak-Fahrer bleiben uns den ganzen Tag treu und bringen uns zur Jalan Malioboro, der Shopping-Meile Yogjakartas. Wir tauchen ein in den Pasar Beringharjo, dem Hauptmarkt der Stadt.


Und endlich, endlich, wie haben wir es vermisst: "Come in my shop." "What is your price?" "Lookie, lookie". Die Rufe der Händler verfolgen uns. Da hilft nur höflich lächeln und entschieden den Kopf schütteln. Nun, ich schüttele wohl nicht energisch genug, denn ein Batik-Strandkleid, ein Sarong und einige andere Nettigkeiten befinden sich dann doch in meinem Besitz.

Ab und zu machen wir Pause in einem klimatisierten Geschäft. Die Düfte, die Menschen, der tosende Verkehr und letztendlich die Hitze machen uns schon zu schaffen.

Wir durchstreifen noch eine Gemälde-Galerie (bloß nicht schwach werden), einige gehobenere Batik-Geschäfte und lassen uns am späten Nachmittag von unseren geduldig wartenden Becak-Fahrern wieder ins Hotel bringen. Ein erfrischendes Bad im Pool und ein Abendessen bei Kerzenlicht (der Strom ist ausgefallen) und schon ist wieder ein Tag vorbei.

 

Ostersonntag

Der fällt hier gar nicht ins Gewicht. Um 9.00 heisst es Abfahrt zumhinduistischen Tempelbezirk Prambanan, eine knappe Stunde außerhalb Yogjakartas.

Zunächst besichtigen wir jedoch noch ein Batik-Galerie, können den Frauen wieder beim Auftragen von Wachs zusehen. Ganz kleine filigrane Federn werden hierzu benutzt, das Wachs in einem Mini-Kännchen obendrauf.

Im vorderen Raum werden Bilder der Studenten ausgestellt, im hinteren Raum die der Meister. Allesamt sind kleine Kunstwerke, meist jedoch mit asiatischen Motiven versehen.

 

Die hinduistische Tempelanlage Prambanan gleicht im Äußeren der von Borobudur. Weitläufiges Gelände, parkartig angelegt, mit gepflegten Wegen und schattensprendenden Bäumen.


Wenige Minuten vom Eingang prangen die 3 Tempel der wichtigsten Götter Brahma, Visnu und der Größte in der Mitte Shiva. Irgendwie ein ehrfurchtsvoller Platz trotz der großen Hitze heute. Es sind weit über 30° und um die Mittagszeit werden es über 40 °. Wir laufen ca. 1 km bis zum Ende der Anlage bis zum Tempel Sewu und fahren dann mit einem Bähnchen zurück.

Unweit des Ausgangs wird noch Musik gemacht und einige Jungen tanzen dazu, bekleidet mit Shärpenhosen. Auch ein junger Mann in ganz normaler Kleidung wiegt sich hingebungsvoll im Tanz, springt plötzlich wie ein Derwisch herum, wirft sich auf den Boden und tanzt quasi liegend weiter. 3 Männer stürzen sich auf ihn, halten ihn fest, bearbeiten ihn. Wir nehmen an, er hat sich in Trance getanzt, was sich später bestätigt, denn auch die 3 Jungen werden nach und nach in Trance versetzt und auf gleichem Weg zurückgeholt. Dabei stossen sie tierische  Laute aus, uns ist ein wenig unheimlich und dennoch total faszinierend. Nach 2 Stunden Besichtigung verlassen wir das Gelände, nicht ohne die unvermeidlichen Marktbuden, die sich an ALLEN wichtigen touristischen Punkten befinden, sei es Dieng Plateau, Borobudur, Kraton oder wo auch immer.

 

Auf dem Rückweg sehen wir uns noch eine Silberschmiede an, verbringen dann den restllichen Nachmittag am Pool (Wolfgang), ich versuche vergeblich, mich im Internet-Café zu betätigen, kriege aber nirgendwo Verbindung.

 

 

 

Am Abend steht ein weiteres Hightlight auf dem Programm. Mit Becaks lassen wir uns zu einer Ramayana Tanzvorführung fahren. Die Geschichte erzählt die Entführung und Befreiung von Sita, der Gattin des indischen Prinzen Rama.

 

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