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Wir waren ein paar Tage in Marokko

Mit etwas Verspätung!!

 

Reisebericht Schottland ist fertig.

Diese Reise war Wahnsinn

 

Diese Reise war lecker

Hoi An, 30 km südlich von Da Nang wirkt auf den Betrachter, als sei vor 150 Jahren die Zeit stehen geblieben - ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Romantische Gassen, idyllische Lage - Touristendestination Vietnams schlechthin. Es wirkt wie ein possierliches Museumsdorf mit Shopping Centers.

Um 8.30 Uhr haben wir einen Termin beim Schneider, den haben wir gestern Abend noch vereinbart und treten in Verhandlungen. Immerhin ist es ein Nobelschneider, hat doch schon Königin Sofia von Spanien hier arbeiten lassen. Im Laden geht auch alles ganz professionell zu. Wir sagen, was und wie wir es wollen, suchen Stoff aus, d.h. Wolfgang macht das natürlich. Es wird Maß genommen, das wars. Wolfgang bestellt einen Anzug und ein Sakko. Wir sind gespannt auf die Anprobe heute Abend.

Wir schlendern weiter, bleiben an einem Geschäft (eins von zig) mit Schals und Krawatten hängen und los geht die Shopperei und nicht nur das, los geht auch „Madame, Madame, we have many color". Fast alle Läden hier haben sehr schöne Seidenschals oder gewebte Schals.

 

Jetzt ist aber Kultur angesagt und unser gestern gekauftes Ticket für 75.000 Dong beinhaltet 5 Sehenswürdigkeiten. Also ist die Kantonesische Versammlungshalle angesagt, die dem später noch besichtigten Tempel sehr ähnelt. Im 16. Jh., als „Faifo", heute Hoi An einer der wichtigsten Häfen Südostasiens war, wurde es von chinesischen Kaufleuten besiedelt, die dann regelmässig zusammenkamen, um Dinge des täglichen Handels zu besprechen und die gemeinsamen Ahnen und Schutzgötter zu verehren.

 

Am Eingang der Versammlungshalle werden kleine Tigerbalsam-Döschen verkauft, die ein nettes Mitbringsel für meine Sprachgruppen sind. Zwar stehen Sitzgelegenheiten darin, aber eben auch ein Altar. Das Highlight ist ein Drachenbrunnen hinter dem Haus im Garten. Die nebenan befindlich Japanische Brücke macht auf mich eher einen etwas verfallenen Eindruck. Sie ist 18 m lang, überdacht und hat das japanische und chinesische Viertel von Faifo verbunden.


Die nächste Sehenswürdigkeit, ein altes chinesisches Haus, finden wir zunächst gar nicht, dafür aber einen Laden mit weiteren Krawatten und ich erstehe einen seidenen Schlafsack. Versteht sich von selbst, dass hier many color vorhanden waren. Bill kann doch auch nicht widerstehen und 2 Krawatten wandern in unsere Tasche. Die Frau im Laden meint tatsächlich, Wolfgang reise mit 2 Frauen, weil zunächst er und Elke aus unserer Gruppe in Preisverhandlungen sind, sie glaubt dann, Elke sei seine Frau und als ich dann auch noch sage, ich sei seine Frau, war sie erst etwas verwirrt, lacht dann aber und sagt immer wieder: „Oh, you lucky man, you 2 wife". Manche Missverständnisse braucht man nicht aufzuklären.

Der Rundgang durch das malerische Örtchen macht richtig Spass, mutet doch der ganze Ort wie ein Fleiluftmuseum an. Klar, dass dieses Kleinod zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Da ich noch einen Satz Teller will, stoppen wir an einem entsprechenden Laden. Nicht der übliche Kitsch sondern sehr geschmackvoll und sehr ansprechend alles drapiert. 2 längliche Schalen und eine Vase werden mein, als Geschenk kaufen wir einen Weinhalter.

 

Danach wieder Kultur; das alte chinesische Tan-Ky-Haus (wir haben es gefunden), repräsentiert alle Handelshäuser und wird seit 200 Jahren von einer südchinesischen Familie bewohnt, die ihren Wohlstand dem Handel mit Tee und Zimt verdankt. Das Museum für Volkskunde wirkt etwas zusammengewürfelt und zum Schluss noch ein Tempel. Da alle Gebäude recht klein sind, haben wir auch alles ziemlich rasch angesehen und der Kunsthandwerksmarkt findet hier life in jedem Geschäft statt.

 

Sehr nett und schön bunt sind auch die Lampion-Geschäfte, aber solche Lämpchen kann man ja zuhause gar nicht gebrauchen. Wir schauen uns auch zahlreiche Bildergalerien an, teilweise tolle Motive und meist sehr kräftige Farben. Uns gefällt ein Bild sehr gut, in dem keinerlei asiatisches Detail eingearbeitet ist, aber es soll auch 900 $ kosten.

Irgendwo dazwischen habe ich noch 2 Schals gekauft, jetzt hab ich aber genug und als es zu tröpflen anfängt, flüchten wir schnell in ein kleines Restaurant und essen eine Pizza, die für vietnamesische Verhältnisse recht gut schmeckt.

Zufrieden mit dem Tag laufen wir ins Hotel zurück.Ich schwimme ein paar Runden und schreibe dann meinen Bericht. Natürlich müssen wir uns dann schon wieder sputen, um zur Anprobe zu kommen. Wolfgangs Anzug sitzt nicht perfekt, es müssen Änderungen vorgenommen werden, es dauert eine gute halbe Stunde, dann sind wir fertig.

Abendessen gibt's im Restaurant „Faifoo", wir sitzen gemütlich im 1. Stock, wie hier üblich. Ich esse das für Hoi An bekannte Gericht „Cao Lau", eine Mischung aus dicken Nudeln mit Salat und Koriander, Bambussprossen, Fleisch und undefinierbaren, aber gut schmeckenden crouton-ähnlichen kleinen Plättchen.

 

Das Leben fängt hier schon sehr früh an, die Müllabfuhr in Hoi An kommt täglich (gestern auch) mit lauter Musik. Alles stürzt aus dem Haus und bringt den Müll.

Heute unternehmen wir wieder eine Fahrradtour. Die Räder sind gut in Schuss. Unser Ziel ist der Cua-Dai Strand, ca. 4 km von Hoi An entfernt. Wir fahren jedoch nicht auf schnellstem Wege dorthin sondern erst über die Brücke zur Dracheninsel, dann zurück, unter einer Flussbrücke entlang des Flusses. Nach einigen km zweigen wir ab, fahren durch ein sehr schönes Wohngebiet mit ganz neuen Häusern. Die Strassen hier sind alles nur breite Wege.

Aus dem Wohngebiet heraus sehen wir links und rechts nur noch Wasserpalmen und andere Pflanzen. In einem kleinen Café machen wir eine Pause. Es sieht ganz gemütlich aus wie „Jenseits von Afrika". Wir überqueren dann eine Hauptstrasse und fahren auf Sandwegen weiter.

 

Bei diesen Temperaturen ist Radfahren wahrlich anstrengend. Endlich haben wir den Strand erreicht. Bei einem Gasthaus können wir uns irgendwo im Schuppen, der gleichzeitig Toilette ist, umziehen und hüpfen ins Wasser, das hier herrlich erfrischend ist. Fast klar ist das Wasser und schwimmen macht viel Spaß, auch deshalb, weil keine Wellen da sind. Leider fängt es an zu regnen (ganz warm), aber wir wollen jetzt sowieso Mittag essen.

Große Shrimps, leckere Röllchen, ein toller Fisch, Tintenfisch, Muschelsuppe, Wasserspinat, Reis und Früchte zum Nachtisch. Wir langen wie immer, herzhaft zu. 200.000,- Dong für das Fahrrad incl. Einer großen Flasche Wasser und dem Mittagessen (9,- Euro).

 

Auf dem Rückweg fahren wir an einem Friedhof vorbei, direkt daneben ein Kindergarten. Alle jubeln und freuen sich, uns zu sehen. Auf unserem weiteren Weg liegt die Chua Chuc Thanh Pagode, älteste in Hoi An, d.h. etwas außerhalb.

 

Schnell duschen und zum Schneider. Es passt jetzt alles, fehlen nur noch die Knöpfe. Wir laufen noch ein wenig herum, dabei sticht mir in einem Geschäft ein königsblaues Kleid ins Gesicht. Ich sehe scheusslich darin aus, aber Elke hat derweil eine Jacke anprobiert, darin sehen wir beide sehr gut aus. Knallrot, schräg geschnitten mit schwarzen Knöpfen für 35,- $ das Stück. Gekauft - um 21.00 Uhr können sie abgeholt werden. Das sind Schnäppchen.

 

Abends gehen wir ins ein Restaurant, in dem es angeblich Hoi Ans bestes Cao Lau gibt, aber mich reisst es nicht vom Hocker. Dafür Bier vom Fass für 4.000,- Dong das Glas (25 Cent).

Wir holen unsere Jacken pünktlich ab und laufen zurück zum Hotel.

 

 

Am 14. Urlaubstag, dem 17. April reisen wir weiter.

Wir kommen an dem Strand von gestern vorbei. Der folgende Strand, China Beach, bekannt aus unzähligen „Vietnam-Filmen" erstreckt sich km-weit. Während des Krieges beliebter Urlaubsort der amerikanisches Gis. Zwischen den Dünen wird überall gebaut, einige Resorts und Hotels sind schon fertig, namhafte Hotelnamen prangen auf großen Hinweisschildern, ein Golfplatz entsteht gerade. Vietnam auf Kurs zum populären Reiseziel.

Wir fahren auf die Marmorberge zu. Dies sind 5 imposante, bis zu 100 m hohe Felskegel, die 8 km südlich Da Nang aus der Ebene ragen. Der höchste und wegen seiner Grotten und Pagoden am häufigsten besuchte Berg ist der Thuy Son und auch wir steigen hinauf, eine schweisstreibende Angelegenheit. Grotten mit Buddhas, weiter oben die Pagode, wunderschöne Anlage. Unten im Dorf befindet sich eine Vielzahl von Bildhauerwerkstätten.

 

Bis Da Nang nur Strände, die bebaut werden. Da Nang selbst zeigt sich modern mit breiten Strassen, modernen Gebäuden. Wir verzichten auf einen Museumsbesuch und halten lieber eine Pause.

Die nördliche Bucht von Da Nang ist von Bergen eingerahmt, wir fahren km-weit die Strandpromenade entlang, um uns dann langsam bergan auf den Wolkenpass zu schlängeln. Der Wolkenpass, natürliche Grenze zwischen ostasiatischer und südostasiatischer Kultur und bis heute Wetterscheide zwischen dem tropischen Süden und dem subtropischen Norden Vietnams.

Spektakuläre Ausblicke bieten sich uns auf die Küste, leider ist es etwas diesig. Der Wolkenpass zeigt sich von seiner schönsten Seite, auf der anderen Seite hinunter scheint immer noch die Sonne und heute macht er seinem Namen keine Ehre. Die Strasse windet sich in Serpentinen nach unten.

In der Ebene machen wir bei einem Resort an einem sehr schönen Strand einen kurzen Trinkstop, 10 Minuten später halten wir dann zum Mittagessen. Heute habe ich Hunger, bestelle Reis mit Ei und es schmeckt vorzüglich, ebenso wie der Ananas-Pfannkuchen hinterher, der aber gut in Fett gebacken ist. Was isst Wolfgang ? Braucht man nicht lang zu fragen; Shrimps.

 

Um kurz vor 15.00 Uhr sind wir dann in unserem Hotel in Hue. Das Zimmer hat ein Fenster zum Gang, stört uns aber nicht weiter. Wir halten uns nur ganz kurz auf, um uns gleich darauf in das heisse Gewühl der Stadt zu stürzen, die nur über die Brücke und in 10 Min. Fussmarsch zu erreichen ist. Den Parfümfluss querend, kommen wir wieder einmal zu einem riesigen Markt. Das übliche Durcheinander von Obst, Gemüse und Abfallresten am Eingang. Später ist es dann geordneter, aber furchtbar eng.

 

Mein Fächer wedelt ununterbrochen, es ist unerträglich heiss. Im 1. Stock wie üblich Stoff und Kleider. Der geneigte Leser wird nicht erraten, wie es schallt ! „Madame, Madame, we have many color". Wolfgang ist schon etwas genervt und kauft eigentlich eher aus Verzweiflung ein sehr schönes weinrotes Seidenhemd. Die Verkäuferin will 800.000,- wir kaufen es dann für 200.000,- Dong. Nur raus jetzt aus dem stickigen Labyrinth.

 

Gemächlich laufen wir die Strasse entlang, schauen noch staunend in einige Geschäfte, trinken in einer Grünanlage direkt am Fluss ein Bierchen und finden es hier herrlich schattig und entspannend.

Über eine 2. Brücke laufen wir zurück ins Hotel. Um 19.00 Uhr treffen wir uns alle, geben für Luc, den Busfahrer und seinen Gehilfen ein Abendessen. Das Lokal ist nett und wir zahlen für 10 Gänge heute fürstliche 3,- Euro. Suppe, Reisröllchen (ganz lecker), gebratene Nudeln, Shrimps, Fisch, in Fett gebackene Auberginen, Gemüse, Hähnchen, gebackene Bananen. Wir teilen uns die Kosten der 3 Jungs, das macht 1,50 Euro für jeden. Ein schöner Abend.

 

Das Frühstücksräumchen unseres ansonsten eher der unteren Mittelklasse angehörenden Hotels liegt im 6. Stock. Wir haben einen ganz netten Blick über die Stadt. Es gibt sogar kleine gerollte Pfannkuchen und Crepes, lecker.


Die Bootsanlegestelle ist ganz in der Nähe. Wir fahren eine Stunde mit einem herrlich aussehenden Boot mit Drachenkopf und legen dann bei der Tien-Mu-Pagode, ca. 5 km westlich von Hue an. Sie liegt besonders schön auf einem kleinen Hügel oberhalb des Flusses.

 

Nach einer weiteren ¾ Stunde legen wir erneut an einem Trampelpfad an. Lt. Luc hat die Temperatur heute 40 ° und das um 10.00 Uhr morgens. Hier gibt es Verkaufsstände mit Räucherstäbchen und allerlei anderen Souvenirartikeln.


Wir besichtigen die Grabstelle des letzten Kaisers Tu Duc (1847 - 1883). Der Gesamtkomplex ist schön unter Bäumen angelegt, umfasst 50 Gebäude und geht man um den Teich mit Lotosblüten herum, wähnt man sich in einem großen Park. Das Grab selbst liegt innerhalb eines ummauerten Quadrats, wird aber gerade restauriert. Insgesamt wirkt die Anlage jedoch etwas grau und etwas vernachlässigt. Gebäude, in denen ein Thron steht, dürfen nicht besichtigt werden.

 

 

 

Hier verabschieden wir uns von Luc, denn morgen fliegen wir nach Hanoi und dort wartet ein neuer Guide auf uns. Unser Bus holt und ab und wir steigen alle unweit der Zitadelle aus.

 

Die Zitadelle in Hue, der „alten Kaiserstadt" liegt malerisch am Song Huong, prosaisch als Parfüm-Fluss bezeichnet. Das Gelände ist weitläufig mit 5,2 m². Darin befinden sich Befestigungswälle, Kanäle, Tore und Gärten. Die Zitadelle umschliesst die Verbotene Stadt und diente als Wohnstatt für Palastwächter, Diener und Handwerker und umschliesst die „Verbotene Stadt". Der Flaggenturm vor dem Haupttor erhebt sich auf einem kolossalen 3-stöckigen Sockel und ist 37 m hoch. Kanonen schützen das Haupttor und die Zitadelle selbst betritt man durch das Mittagstor und sie kann als schönster Teil von des sonst eher unspektakulären Hue bezeichnet werden. Überall in dem großen Areal wird renoviert, gebaut und alles ist fast völlig schattenlos.


Bedingt durch die große Hitze fällt die Besichtigung eher oberflächlich aus, eher locken die Grünanlagen von gestern und wir sitzen gute 1 ½ Std. bei kühlen Getränken schattig unter Bäumen am Fluss.


Um 18.30 Uhr sind wir erneut unterwegs. Gucken uns verschiedene Restaurants an und entscheiden uns für ein nett aussehendes. Grilled Duck für mich, gegrillt ist hier gar nichts, in der Mitte alles noch rot, also geht es zurück. Der Reis ist kalt und trocken, ohne irgendwelche Beilagen kommt der Duck zurück, ich koste, übelstes zusammengestückeltes und jetzt schwarz gegrilltes Rindfleisch ? Ich gebe es erneut zurück - die Bedienung kommt wieder: „Kitchen says, it is Duck". OK, ich lasse den Mist stehen, bekommt meiner Figur auch besser. Auf dem Rückweg kaufen wir an einem Stand noch einen Muffin, der ist auch von vorgestern. Also heute kulinarisch heute nichts zu machen. Ich tröste mich dann mit einem „Blue Dragon" Cocktail. Wolfgang mit seinen Shrimps weiss wenigstens, was er gegessen hat.

 

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