Aktuelles

 

Es war bunt und fremdländisch

INDIEN - Nord

und

INDIEN - Süd

 

 

Bald starten wir wieder

Bleibt dran!

 

7. – 14. Juli 2011

 

Donnerstag, 7. Juli 2011

 

Um 8.45 Uhr starten wir, kommen gut voran.

Natürlich müssen wir in Fulda bei Eika einen Stopp einlegen und es sind auch wieder ein paar Kerzchen für mich dabei.

 

Auf der Landstraße fahren wir über Hünfeld hinein nach Thüringen, halten inzwischen Ausschau nach einer Bratwurst, aber es heißt ja nicht umsonst Thüringer Wald, selbiger wird immer dichter, von Bratwurst keine spur.

Oben am Rennsteig machen wir dann Mittag und sind kurz darauf in Eisenach.

 

Es gibt hier zwar auch einen Womo-Platz, aber den steuern wir erst gar nicht an, wir wollen ja nur die Wartburg besichtigen. Auf einer Hauptstraße unterhalb der Burg gibt es mehrere Parkplätze mit Shuttle-Bus hinauf für 3 Minuten 2,50 pro Person!

 

Trutzig liegt sie dort oben auf dem Berg und man bringt sie ja immer nur mit Luther in Verbindung, aber der hat ja nur ein paar Monate hier gelebt. Landgrafen lebten hier, Sängerkriege wurden geführt und die heilige Elisabeth, die später nach Marburg ging, war hier zuhause. Goethe kam selbstredend auch hierher.

 

Wir sind beeindruckt, die Führung ist kurzweilig und spannend erzählt. Derzeit findet sogar eine Sonderausstellung zum 200. Geburtstag von Franz Liszt statt.

 

Am Nachmittag fahren wir noch die 30 km in nördlicher Richtung bis Bad Langensalza und finden hier auf dem Parkplatz der Friedriken-Therme einen ganz passablen Womo-Platz vor. Mit 2,- die Nacht kann man nicht meckern.

 

Wir sind erstaunt über die Schönheit des Städtchens. Viele Fachwerkhäuser, winkelige Gassen mit Kopfsteinpflaster und eine nette Fußgängerzone geben dem Ort eine touristische Note. Teile der alten Stadtmauer mit den Türmen lassen es richtig gemütlich wirken.

 

Bei einer Metzgerei kaufen wir zwei Sorten Bratwurst, die wir abends in der Pfanne braten. Sie schmecken so gut, dass wir Nachschub brauchen.

Freitag, 8. Juli 2011

 

Gleich nach dem Frühstück kaufen wir ein, danach laufen wir durch den Kurpark zum Frederiken-Schlösschen, gegenüber ist die Bibliothek. Die Stadt verfügt über 10 verschiedene Gärten, man nennt Bad Langensalza auch die Rosenstadt. Also ist unser 1. Weg der Rosengarten. Es soll hier 450 verschiedene Rosenarten geben, wir sind eher etwas enttäuscht.

 

Der Garten der Glückseligkeit, der japanische Garten, gefällt uns weit besser, plätschernde Wasserfälle, ein Teich mit Riesenkois und die Bonsai-Kunstwerke sind wirklich schön anzusehen.

Der dritte und letzte Garten, der botanische, weist eine Vielzahl von Yucca-Arten und Kakteen auf.

Hier soll es genug sein mit den Gärten.

 

Nachdem wir noch eine Jubiläums-Bratwurst zu 1,- gegessen haben (die Fleischerei besteht 20 Jahre), geht die Fahrt weiter nach Norden über Sondershausen und Nordhausen bis nach Quedlinburg.

 

Man glaubt es kaum, Motorschaden 248 meldet sich wieder. Haben wir nicht erst bei der letzten Tour 400,- Euronen bezahlt? Wir ignorieren das Ganze, werden es zuhause von der Iveco-Werkstatt prüfen lassen.

 

Hier gibt es gleich 3 Womo-Plätze

1) Am Schloss – 3 Euro pro Tag

2) Am Marschlinger Hof in der Innenstadt – 5 Euro pro Tag

3) An den Fischteichen - kostenlos

 

Wir wählen die 3. Variante nicht weil es kostenlos ist sondern für uns der bequemste Parkplatz, auch wenn man in die Innenstadt ca. 10 Minuten geht.

 

Auch hier gibt es eine historische Altstadt, viele Touristen beleben die Stadt, um den Marktplatz herum gruppieren sich Cafés und Geschäfte, das Rathaus bildet imposant eine Seite des Platzes. Wir sind begeistert und buchen für morgen eine Stadtführung. Dieses Kleinod wollen wir uns näher ansehen.

 

 

Samstag, 9. Juli 2011

 

Anhand des gestern im Touristen-Büro mitgenommenen Stadtplanes laufen wir heute morgen durch die Wallstraße mit ihren hübschen Jugendstilhäusern hinauf zum Münzenberg, der in der Stadtführung nicht enthalten ist.

 

Eine kleine Erhebung über der Stadt, gegenüber liegt das Schloss. Alle Gestrandeten, die in der Stadt nicht gerne gesehen waren, haben sich hier oben in einem aufgegebenen Kloster einquartiert und später wurden weitere kleine Häuschen dazu gebaut und jetzt gibt es hier oben ein Mini-Dörfchen auf dem Hügel. Man fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt.

 

Eine  ältere Dame führt uns am Nachmittag durch die Stadt, gibt Erklärungen zur Geschichte und den über Jahrhunderte entstandenen Fachwerkbauten, es gibt immerhin noch 1300 Fachwerkhäuser in der Stadt und anhand der Bauweise kann auch der Laie das Jahrhundert der Entstehung erkennen.

 

Nach 2 Stunden endet der Rundgang am Schlossberg und die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Sonntag, 10. Juli 2011


Norma und Kai frühstücken mit uns zusammen und fahren dann wieder. Und wohin geht’s bei uns ? Wir wälzen den Atlas und die Stellplätze und kommen auf Angern. Die Fahrt geht in Richtung Magdeburg und links und rechts nur riesige Kartoffel- und Getreidefelder.

Nördlich von Magdeburg sieht die Landschaft etwas „brandenburgischer“ aus, Wälder mit Kiefern, Birken und Heidelandschaft wechseln sich ab. Ab dem Abzweig von der B 189 in Colbitz bis Angern fahren wir etwa 10 km nur durch Wald. Angern ist ein Minidorf und der Stellplatz in Sandkrug liegt nochmal 4 km außerhalb. Hier sind wir schon am Ende der Welt, hier ist absolut nichts.

 

Sandkrug besteht aus 2 Badeseen, dem Nordsee und der Südsee und wir werden schon von einem freundlichen Mann zum Bleiben gewunken. Der Womo-Stellplatz liegt auf einer riesengroßen Wiese, unordentlich ordentlich mit Büschen, Bäumen, etwa 10 weit verstreut liegenden Wohnwagen und allerlei DDR-Gerümpel. Abgegrenzt durch ein Tor, können also auch nur „Campingplatzbewohner“ ein- und ausgehen. Es gibt einen Container mit 2 Duschen, 2 WC’s und 5 Waschbecken, also nicht mal sooo schlecht. Für Männer natürlich das Gleiche.

 

Wir bleiben, zahlen 5,50 und stehen auf der Naturwiese unter Pappeln direkt am Südsee. Außer uns sind noch 2 Dauercamper da und einer fährt bald darauf weg. Wären nicht die Tagesbadegäste am See, es wäre direkt ein wenig unheimlich, so eine Einsamkeit hatten wir auch schon lange nicht mehr.

 

Aber das Wetter ist gut, wir hüpfen in den See, schwimmen ein paar Runden. Schließlich ist es ja der Südsee und als wir drin sind, ist es auch gar nicht mehr kalt.

 

Montag, 11. Juli 2011

 

Das Wetter nimmt uns die Entscheidung ab. In der Nacht hat es geregnet, was der Himmel hergegeben hat.

 

Wir wären ja gerne noch einen Tag geblieben, es ist wirklich schön hier, aber wer weiß, wie das Wetter wird und hier ist es nur bei Sonnenschein schön. So fahren wir denn.

 

In Rogätz setzen wir mit einer kleinen Fähre über die Elbe. Wir wollen nach Werder an der Havel. Gemäß Bericht aus der Promobil gibt es einen "malerischen" Stellplatz direkt an der Havel. Der Leser mag es glauben, wir unternehmen den ganzen Nachmittag Anstrengungen mit dem Fahrrad, diesen Platz zu finden, aber Fehlanzeige. So bleiben wir denn auf dem Stadtplatz für Womos "Unter den Linden". Nicht schlecht, aber nicht das, was wir gewohnt sind.

Werder Altstadt ist eine Insel, über eine Brücke zu befahren und wunderschön mit kleinen geduckten Häuschen, einer riesigen Kirche 45 m hoch und einer Bockwindmühle. Überall Wasser, der Glindowsee, der Schwielowsee, die Havel, die vielen anderen kleinen Seen, kleine und große Boote, Ausflugsdampfer, man kann richtig fernseh gucken.

Wir strampeln noch hinauf auf den Wachtelberg, einer Anhebung voll bewachsen mit Wein und erhoffen uns ein Schöppchen im Gasthaus auf dem Berg. Auch nix, nur am Wochenende geöffnet.

 

Wir radeln zurück, setzen uns vors Womo und genießen die Abendsonne.

 

Dienstag, 12. Juli 2011

 

Mit dem Rad fahren wir über den Schwielow-See, den Petzinsee, entlang am Templiner See durch Wald immer am Wasser entlang nach ...... Unterwegs herrliche alte Villen versteckt auf großen Grundstücken, keine Anwesen, liebevoll gepflegt und von den Wassergrundstücken will ich gar nicht erst schwärmen.

 

Am Potsdamer Yachthafen vorbei geht es dann in die Innenstadt, die wir nach 16 Rad-km erreichen. Auch hier führt uns unser 1. Weg ins Touristenbüro, hier kosten die Broschüren allerdings gleich Geld und wir begnügen uns mit einem Stadtplan.

 

Wir stehen eigentlich schon mittendrin in der Stadt auf dem Luisenplatz mit dem Brandenburger Tor. Ja, auch die Potsdamer haben eins.

 

Gekommen sind wir hauptsächlich wegen Schloss Sanssouci, der wohl prominentesten Sehenswürdigkeit Potsdams. Durch die Sanssouci-Allee gelangen wir nach wenigen Minuten in den Park, aber ab hier ist Schluss mit dem Rad, es geht nur noch zu Fuß weiter. Der Park umfasst ca. 290 ha und hat etwa 70 km Weglänge.

 

Schloss Sanssouci (ohne Sorgen) war die Sommerresidenz von Friedrich dem Großen und ist ein Lustschloss ausgestattet im herrlichen und üppigen Rokkokostil.

 

Wir buchen eine Schlossführung und weil wir noch eine gute Stunde Zeit haben, erkunden wir den Park. Das Chinesische Haus und das Orangerieschloss können wir nur kurz ansehen, dann müssen wir zurück und legen von den 70 km immerhin rund 5 zurück.

Ab jetzt lassen wir die Bilder sprechen.

 

Noch haben wir ja nichts vom eigentlichen Potsdam gesehen und starten daher um 14.30 Uhr zu einer 2-stüdigen Stadtrundfahrt.

Nikolaikirche, das Holländische Viertel, das aus 4 Karrees mit etwa 150 Backsteinhäusern in holländischem Stil besteht, die russische Kolonie Alexandrowka, ein russisches Dörfchen mitten in der Stadt, am Filmmuseum vorbei, die Berliner Straße entlang bis zur Glienicker Brücke. Im kalten Krieg zwischen Ost und West wurden hier Agenten ausgetauscht und die Brücke ist daher jedermann bekannt. Heute weist sie 2 verschiedene Grüntöne auf, weil sich nach der Wiedervereinigung Ost und West nicht auf einen Farbton einigen konnten. Das tut aber ihrer Schönheit keinen Abbruch.


Ach Gott, man könnte ja Tage hier verbringen. Schloss Cecilienhof, Charlottenhof, Babelsberg, etliche andere Schlößchen und Gärten, all die vielen Jugendstilvillen - ich bin hin und weg.

 

Ein bißchen müde machen wir uns dann wieder auf den Heimweg, legen eine Lübzer-Bierpause im Jachthafen ein und kommen mit vielen neuen Eindrücken zurück zum Stellplatz, der inzwischen rappelvoll ist und wir alle sogar ein wenig näher aneinander rücken müssen.

Mittwoch, 13. Juli 2011

 

Gestern haben wir auf der Stadtrundfahrt gehört, dass Einstein 3 Sommer in seinem Sommerhaus in Caputh verbracht hat. Nichts wie hin, es ist nicht weit mit dem Rad von Werder aus.

Das Wetter ist heute nicht ganz so schön, aber zum Radeln optimal und so nehmen wir denn auch einen längeren Weg anstatt dem kurzen.

 

Caputh ist zwar nur ein Dorf, jedoch langgezogen und sehr breitflächig, na ja, hier hat man eben mehr Platz. Idyllisch liegt das Einsteinhaus am Waldrand, Einstein konnte es nach der Machtübernahme der Nazis nicht mehr nutzen und heute ist es leider nur am Wochenende geöffnet.

 

Das Schloss, an dem wir vorbeikommen, gehörte Dorothea, der Frau des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Der Eintritt ist uns aber zu teuer.

 

Zurück nehmen wir die kleine Fähre zwischen Schwielow- und Templinersee und verlassen Werder um 12.30 Uhr in Richtung Süden.

 

Um 15.00 Uhr sind wir in Naumburg, den Platz hatte ich noch in Erinnerung von dem Ausflug mit dem Heimat- und Geschichtsverein und wir finden ihn auch schnell, vor allem deshalb, weil vor uns ein Womo auch diesen Platz ansteuert.

 

Wir laufen in die Stadt, auch hier ist ziemlich viel los, die Besichtigung des Doms schenken wir uns, ich hab ihn ja auch schon gesehen. Ich brauche ein Mitbringsel und entdecke ein Senfgeschäft mit den exotischsten Senfsorten.

 

Die Frau im Geschäft weist uns noch auf ein Weingut im Nachbardorf hin, dort könne man Wein verkosten. Saale-Unstrut hat uns schon immer neugierig gemacht und so holen wir nochmal die Räder raus und radeln nach Roßdorf zum Weingut.

 

Wir verkosten jeder nur 0,1 l, dafür jeder aber 3 Gläser und die liebe Bedienung will zum Schluss 23,50 Euro von uns. Ich höre Bill nur laut rufen „Was?“ und sie korrigiert sich nach unten, aber auch nicht richtig. Daher macht sie auch kein Geschäft mit uns.

 

Donnerstag, 14. Juli 2011

 

Über die Landstraße fahren wir bis nach Jena, dort auf die Autobahn, die wir erst 5 km vor unserem Heimatort wieder verlassen.

Motorschaden 248 ist unser ständiger Begleiter und wir werden berichten, was die Ursache war.

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