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Reisebericht

Spanien ist fertig

 

5. Woche


19. – 25.

 

September

Auf gleichem Wege geht es wieder in Richtung Süden. In Prokopi kaufen wir noch beim Bäcker ein und essen hier genüsslich die besten Krapfen, die wir je in Griechenland hatten.

Kurz bevor die Berge in die Ebene übergehen, nehmen wir die 33 km (es werden dann gut 37) wieder in Richtung Osten nach Limnionias.

Gleich nach dem Abzweig durchfahren wir ein kleines Dorf, danach nur noch Einsamkeit. Viele km begleitet uns ein Waldgebiet, stetig geht es bergauf, der Wald lichtet sich, wir sind von kahlen Bergen umgeben und völlig einsam geht es weiter. Kein Mensch, kein Auto weit und breit. Wir sehen die Straße, die weitgehend geteert ist, sich wie eine Schlange die Berge hinunterwinden.

Am Ende erwartet uns eine schöne Bucht. Ferienhäuser kleben wie Nester an den Hängen, es gibt 3 Tavernen, eine davon fungiert auch als Geschäft.

Die Bucht ist in der Mitte durch einen kleinen Felsen unterteilt, es stehen noch etwa 20 kleine Igluzelte auf dem Strand verteilt, die darauf warten, dass der Herbstwind sie wegfegt. Abgestellte Wohnwagen werden aber vermutlich im nächsten Jahr wieder bewohnt. Wir stellen uns in die Verlängerung einer Reihe und stellen fest, dass ausser uns doch noch jemand da ist, ein Ehepaar aus Athen.

Das Wetter in diesen Tagen ist wolkig, mäßig warm.

Wir können hier in der Bucht nur stehen, nach Süden zu geht es bergauf und in Steilküste über, nach Norden zu geht es bergauf und in Steilküste über. Die Hauptbeschäftigung ist den Fischern bei der Arbeit zuzusehen und nach 3 Tagen kriege ich den Lagerkoller und will nur noch hier weg. Man kann nicht joggen, man kann nirgend wohin laufen, es gibt keine Ortschaft, nichts. 

Als wir weiterfahren, ist es kühl, die Wolken hängen in den Bergen und ich atme wieder auf - es war eine schöne Bucht, aber 37 km zu weit ab von jeder Abwechslung.

Süd-Euböa wird ins Visier genommen.

Wir schrauben uns die langen 35 km wieder zurück, entdecken mitten im Nirgendwo eine Kreuzung mit einem Hinweis nach Halkida. Da müssen wir doch hin, da fahren wir dann auch längs. Ein kleines Dorf mit einer Ortsdurchfahrt, die uns wieder die Luft anhalten lässt, können wir passieren, weil weder Mensch noch Vieh noch Maschine auf der Straße ist.

Dann haben wir aber die Rechnung ohne den Ort Psahna gemacht. Es ist wie auf einem orientalischen Basar und wir müssen mittendurch. Meterweise kämpfen wir uns vorwärts, nur um dann in die falsche Richtung zu fahren. Ab hier bin ich nervlich schon schlecht dabei, und will nur noch ein Navi, schönes Wetter und breite Straßen.

Es nutzt nichts, wir müssen nach Psahna zurück, um wieder nach Halkida zu gelangen. Es geht auf Seitenstraßen am Ortsrand vorbei, Wolfgang wäre niemals mehr durch die Stadtmitte gefahren.

Ein Lidl in Nea Artaki versöhnt uns auch nicht wieder, aber Grundnahrungsmittel müssen halt auch sein.

Nach Halkida in Richtung Süden ist die Straße breit (ich atme auf), jedoch herrscht ein unbeschreiblich dichter Verkehr und wir kommen nicht wirklich schnell voran.

Hinter Aliveri pirschen wir uns dann wieder in Richtung Meer, landen am späten Nachmittag in Porto Bufalo, einem kleinen Fischerdörfchen.

Es regnet, es gefällt mir nicht, ich habe schlechte Laune, ich steige gar nicht aus, deshalb gibts auch keine Fotos. 

Einmal drüber geschlafen, sieht die Welt schon wieder besser aus.

Wir werden doch einen schönen Platz für die nächsten Tage finden?

Südlich vom Büffelhafen gibt es eines der tausend Agios Dimitios, aber nichts zum Stehen, der weitere Straßenverlauf führt nach Panagia. Hier hat es einen schönen Strand, der jedoch unter Wasser steht und wir wollen dort nicht bleiben.

Blick auf Panagia
Blick auf Panagia

Inzwischen ist es schon wieder weit nach Mittag und wir haben jede Menge Zeit verfahren, aber keinen Platz gefunden.

Nördlich Nea Styra sieht es gut aus auf der Karte, also hin. Wir winden uns durch jede Menge kleine Straßen, sehen Mini-Strände von oben, kommen natürlich nicht hin, haben kaum Möglichkeiten zum wenden, die Nerven flattern schon wieder, das Wetter ist auch nicht berauschend. Wir versuchen es auf der Ostseite.

Südlich Mesochori vorbei an Tsakei finden wir dann einen Strand, der gut ist für eine Nacht.

Na schön, bis Karistos sind es noch ca. 80 km, wir werden den Tag als weiteren Fahrttag nutzen, im Süden werden wir schon fündig.

Zuversichtlich begeben wir uns wieder auf die Piste. Zurück auf der Hauptstraße geht es dann weiter nach Süden. Kaum ein paar km gefahren, wird der Straßenbelag derartig schlecht, dass wir denken, es kann sich nur um eine vorübergehende Buckelpiste handeln, denn schließlich befinden wir uns ja auf der einzigen Hauptstraße von Nord nach Süd. Eine Stunde später werden wir eines besseren belehrt - Schlagloch reiht sich an Schlagloch, Wolfgang fährt mit 20 km/h und nur noch im Slalom, um möglichst wenige Löcher zu treffen.

Nach einer Stunde Fahrt beschließen wir - nein!

Nicki macht eine 180 Grad Wendung - wir nehmen Kurs auf Halkida, zurück zur Autobahn, brausen an Athen vorbei, überqueren den Kanal von Korinth, sind jetzt wieder auf der Peloponnes und unser Ziel heisst Argolien und abends kommen wir noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang. 

Sonnenuntergang am Saladi
Sonnenuntergang am Saladi

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