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Reisebericht

Spanien ist fertig

Noch reichlich schneebedeckt die Allgäuer Berge
Noch reichlich schneebedeckt die Allgäuer Berge


Mittwoch, 8. Mai 2019

 

Da ich erst vor ein paar Tagen die A3 von Würzburg hergekommen bin, meiden wir diese und fahren über Land. In Weikersheim und Röttingen weisen Wohnmobil-Schilder auf einen Stellplatz hin. Wir merken uns das für ein anderes Mal vor.

 

Gemütlich, warm und bequem sitzen wir in unserer Villa, draußen ist es ungemütlich, im Allgäu sehen wir, dass auf den Bergen noch recht viel Schnee liegt.

 

Huch, in Reschen ist die Schranke zum Stellplatz offen, der Automat deaktiviert. Vielleicht ist es erst in der Saison kostenpflichtig. Zu früh gefreut, gegen 20.00 Uhr kommt ein Gemeindefahrzeug und kassiert die 10,- Euro. Heut gehen wir auch nicht mehr raus, zu kalt, zu regnerisch.

 

Donnerstag, 9. Mai 2019

 

Der Morgen sieht etwas freundlicher aus, aber immer noch Wolken. Dem Brot vom Bäcker in St. Valentin ist stark Anis beigesetzt, das mögen wir nicht.

 

In Lana biegen wir ab und schrauben uns den Gampenpass hinauf. Auch hier liegen noch recht viele Schneereste.

 

Eine wunderschöne Landschaft begleitet uns bis Fondo und Coredo, das auch immerhin noch 860 m hoch liegt. Kein einziges Womo ist uns begegnet und kein einziges Womo steht auf den gepflegt angelegten Platz. Da stellen wir uns doch quer und haben direkt vor unserem Fenster den Lago Tavon, den man auf breiten und schön angelegten Wegen umrunden kann.

 

Schöne Landschaft, aber nicht viel zu sehen davon
Schöne Landschaft, aber nicht viel zu sehen davon

Das machen wir natürlich auch, aber zuerst durchforsten wir den Ort auf der Suche nach einem Lokal für heute Abend. Coredo im Val di Non ist ein ganz nettes Bergdörfchen, hat außer einem geschlossenen Supermarkt aber sonst nichts.

 

Also auf in die Natur. Am linken Seeufer entlang starten wir, sehen dann, dass der See in der Mitte eine Staumauer hat und erst der See dahinter heißt Lago Tavon. Ist ja auch egal. Am unteren Ende gibt es ein Hinweisschild auf eine Panorama-Terrasse und ein kleiner Pfad windet sich hinauf. Am Ende haben wir einen fantastischen Blick ins Tal auf ein Kloster.

 

Die rechte Seeuferseite ist bewaldet und alle 10 bis 20 m stehen funkelnagelneue Fitness-Trainingsgeräte, vom Crosstrainer bis hin zu allen erdenklichen Fitnessgeräten. In der Ferne die Brenta-Dolomiten.

 

Ein sauberes Toilettenhäuschen, ein dicker Strahl aus dem Wasserhahn, absolute Ruhe, Herz, was willst du mehr?

 

Kostenpflichtig ist der Platz nur in den Monaten Juni – August.

 

Freitag, 10. Mai 2019

 

Weit fahren wir nicht heute. Nach ausgiebiger Dusche geht es dann nach dem Frühstück mitten hinein in die Brenta-Dolomiten. Leider hüllen sich die spitzen Berge alle in Wolken.

 

Im Örtchen Molveno, das an einem Berghang liegt, gibt es erstaunlich viele und große Parkplätze, alle mit einer Schranke versehen. Der Womo-Platz (auch mit Schranke) ist sehr groß, sauber und gepflegt, direkt vor den hinteren Plätzen rauscht der Wildbach. Jeder Platz hat eine eigene Wasser- und Stromversorgung. Gefällt uns ausgesprochen gut, auch hier wieder kein Mensch.

 

Ein Co-Op gleich gegenüber liefert uns morgen früh die Brötchen und die viel geliebte Mortadella. Wir sind restlos zufrieden und widmen der Preis- und Infotafel nicht genügend Aufmerksamkeit!

 

Nach einem Mittagssnack erkunden wir zuerst wieder den Ort, was ziemlich kraftaufwändig ist, denn wir müssen stets bergan. Ein Lokal für heute Abend ist schnell ausgeguckt, auf der hier vorhandenen Infotafel studieren wir ausgiebig die Wanderwege.

 

Am Wildbach entlang geht es dann in Richtung Berge hinein. Man kann auch den Lago Molveno umrunden, aber das entdecken wir erst später.

 

Also am Bach entlang in die Höhe. Ab und zu erhaschen wir einen Blick auf die wolkenverhangenen Bergspitzen, nur wenn es ein kurzes Wolkenloch gibt, sehen wir was.

 

Der Weg ist gut begehbar, aber dermaßen steil, dass wir nach einer guten Stunde aufgeben und umkehren. Als wir dann wieder unten sind, entdecken wir das Schild rund um den See, aber nun sind wir schon sehr weit gelaufen und haben auch keine Lust mehr. Dennoch laufen wir dann ein Stück am See entlang. Gepflegte Rasenanlagen, schöne Blumenbeete, mindestens 4 Spielplätze sehen wir, das Dorf tut was für seine Gäste.

 

Abends essen wir dann in einer ausgefallen eingerichteten Pizzeria (sieht aus wie ein Gewölbe) eine Pizza. Sie ist zwar gut belegt, schmeckt aber nach nichts. Mit Getränken und dem Coperto sind wir 32,- Euro los. Zuviel Recht happig für eine Pizza, finden wir.

 

Samstag, 11. Mai 2019

 

Die Entsorgungsstation liegt außerhalb der Schranke und ist auch relativ eng, wir entsorgen daher nicht.

 

Wolfgang schiebt das Ticket in den Automaten, zahlt 5,- Euro, aber die Schranke öffnet sich nicht. Zurück zum Automaten, der sagt in feinstem Italienisch, dass wir zahlen sollen. Ticket erneut in den Automaten, nun möchte er mit 22,- Euro gefüttert werden. Was, wir haben doch schon 5,- Euro bezahlt.

 

Wir sind zuerst ratlos - die Schranke öffnet sich nicht, aber dann kommt das große Erwachen
Wir sind zuerst ratlos - die Schranke öffnet sich nicht, aber dann kommt das große Erwachen

Wir betrachten uns das Ticket von allen Seiten, darauf steht, dass wir bislang nur die Entsorgung bezahlt haben (5,- der Wahnsinn!), der Platz soll dann 22,- Euro kosten. Wir lesen JETZT genau nach, die sich die Kosten errechnen. Tatsächlich 12 Stunden kosten 11,- Euro, danach jede weitere Stunde 1,- Euro.

 

Wir sind ja schon am Morgen gekommen, ja haut hin. Aber mein lieber Scholli, 27,- Euro für einen Stellplatz sind schon heftig.

 

Also erneut das Ticket in die Schranke – nix. Wir drehen von vorne nach hinten und zurück und erst, als wir schon Schweißausbrüche haben, öffnet sich die Schranke. Uff, Molveno ein 2. Mal muss nicht sein.

Unser heutiges Ziel heißt Riva (endlich Gardasee) und wir schalten mal vorsichtshalber das Navi ein, aber Emma führt uns ganz hintenrum nach Riva.

Zugegeben, hier wären wir niemals gefahren, aber wir genießen diese landschaftlich einmalige Fahrt sehr. Über den Passo Bullino und gleichnamiges Dorf sehen wir rechterhand die sehr hohen Berge, die aber schon nicht mehr zur Brenta Gruppe gehören oder nur noch Ausläufer sind.

 

Emma lotst uns dann durch das gar nicht kleine Riva zur Via Brione und zum Stellplatz. Es ist halt ein Parkplatz, aber für 1 Nacht gut. Stühle draußen hätten gar keinen Platz, aber das Wetter ist ja auch nicht entsprechend.

Am See entlang, vorbei am Porto San Nicolo, der unweit des Platzes liegt, der wiederum am Ortsausgang nach Torbole liegt und so haben wir es schon ein Stück zu laufen in Richtung Zentrum.

 

Leider hängen die Wolken heute ganz tief, es regnet sogar, alles wirkt trist und grau und da alle Geschäfte geschlossen haben, wirkt alles noch trostloser. Bars, Cafés und Restaurants sind alle offen und gut besucht und nachdem wir die Stadt in allen Winkeln durchstöbert haben, gönnen wir uns auch eine Hugo-Pause. Wir sitzen draußen und frieren nicht mal.

 

Am See entlang gehen wir dann zurück, aber wir haben so gar keine Lust, heimzugehen und so laufen wir noch nach Torbole hinüber. Da sich Fußgänger und Radfahrer den Weg teilen, ist Aufmerksamkeit erforderlich, aber der Weg am See entlang ist schön.

 

Wir schauen uns den dortigen Stellplatz an (Camper Stop Torbole), hier verlangt man auch 24,- Euro pro Nacht. Teure Gegend hier. Nach 4 Stunden laufen sind wir zurück.

 

Stellplatz Riva: 11,- Euro

 

 

Sonntag, 12. Mai 2019

 

Gestern Abend gab es noch ein Gewitter, Regen haben wir heute Morgen. Die Duschen kosten 0,50 Cent, der Wasserstrahl ist ordentlich und warm sind sie auch.

 

Der Sonntagmorgen ist vom Verkehr her sehr angenehm und nach einem kurzen Stopp bei Lidl in Torbole geht es nach Garda.

 

Dank Emma finden wir den Platz sofort. Wesentlich großzügigere Stellflächen, nicht so eng, aber Markise und Stühle sind nicht erlaubt. Geht bei dem Wetter sowieso nicht.

Wir laufen los, immer am See entlang, ein schöner breiter Geh- und Radweg führt hinüber nach Bardolino. Es ist ungemütlich, der Wind fegt über den See und zeitweise tröpfelt es. Es sind jede Menge Leute unterwegs. Was sollen am Sonntag auch alle machen bei dem Wetter?

 

 

 

Das Wetter ist immer ungemütlicher geworden, es regnet und macht wenig Spaß.

 

Stellplatz Garda 18,-

 

Montag, 13. Mai 2019

 

Der Platz war gut, wir hatten eine ruhige Nacht und den ursprünglichen Plan, nach Peschiera zu fahren, geben wir auf, weil wir von Monzambano aus mit dem Rad dorthin fahren können.

 

Sirmione ist das Ziel. Da gibt es weit vor dem Ort im Vorort Lugana Hinweisschilder auf einen Platz, der zwar ganz schön liegt (22,- Euro), aber weit ab vom Zentrum. Und den meine ich auch nicht, denn es gibt einen Platz stadtnah und dort will ich hin. Da kommen wir aber nicht hin, weil ein Wochenmarkt uns den Zugang versperrt und einen Ausweich wissen wir wir nicht. Kriegsrat mitten auf der Straße geht auch nicht und so fahren wir erst mal gaaanz langsam weiter und entdecken gleich nach dem Ortsschild Sirmione einen Hinweis auf einen Agri-Camper.

 

Bei der Baumschule Flower Garden (an der Straße nach Desenzano)zweigt es ab und wir finden einen gut ausgestatteten Platz mit Strom, freiem WiFi, V+E, Dusche. Super, hier bleiben wir. Hier zahlen wir 25,- Euro, stehen aber so, wie wir wollen, haben nur leider keinen Seeblick.

 

Es ist 11.00 Uhr, als wir loslaufen und es regnet schon wieder. Es sind laut Emma 6 km bis zur Landspitze von Sirmione. Mit dem Rad wäre es geradezu optimal, aber Petrus sagt nein. Aber wir sind ja gut zu Fuß und passieren natürlich den Markt, der uns den Zugang versperrt hat. Gar nicht so übel. Ich kaufe mir eine bunte Hose.

 

Sirmione, die Halbinsel im Gardasee und das Centro Storico ganz am Ende. Durch ein Tor im Scaligero Castle gelangt man in die Altstadt, die nur aus Restaurants, Bars und Eisdielen besteht. Ein paar Hotels kommen noch dazu.

 

Auch wir finden, dass es Zeit ist für einen kleinen Mittagssnack und bestellen ein Stück Pizza auf die Hand. Zum Wein werden dann so üppige Häppchen gereicht, dass wir uns die Pizza hätten sparen können. Hier sei kurz erwähnt, dass diese Lokalität über ganz außergewöhnliche Toiletten verfügt. Man verrichtet sein Ding wie in einer Grotte. Toll!