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Reisebericht

Spanien ist fertig

Freitag, 17. Mai 2019

 

Wir fahren heute nur ein kurzes Stück bis nach Mantua. Passt gut, dass wir direkt an einem Lidl vorbeikommen und die Emma geleitet uns dann sofort auf den Stellplatz. Der Platz ist groß, teilweise schattig und hier ist richtig was los.

 

Über eine Brücke, der Mincio bildet hier einen See, gelangen wir direkt in die Altstadt und auf die Piazza Sordello mit dem Dom auf einer Seite und dem Dogenpalast auf der anderen Seite. Wir schauen uns den Dom an, eine weitere Kirche hat geschlossen. Es ist mal wieder zwischen 12.00 und 15.00 Uhr.

 

Eine plötzliche Übelkeit zwingt mich, zum Wohnmobil zurückzukehren, wo ich den ganzen Nachmittag im Bett verbringe.

 

 

 

Samstag, 18. Mai 2019

 

Es hat geregnet heute Nacht und am Morgen ist es trüb und windig.

 

Lt. Navi wäre es nicht weit zum nächsten Ziel der Reise, aber ….

 

Bei Governolo müssten wir abbiegen nach dem 7 km entfernten San Benedetto, aber die Straße ist mit 2,3 m Breite zu eng für uns. Hier weiß auch Emma keinen Rat.

 

So müssen wir den Umweg über Ostiglia  fahren, denn die nächste Po-Überquerung ist nur hier.

 

Über kleinste und ganz enge Straßen gelangen wir nach San Benedetto am Po. Aber wo ist der denn ? Der Stellplatz ist ein einfacher Parkplatz, aber mehr brauchen wir aufgrund des Wetters ja auch nicht. Direkt nebenan gibt es ein Hallenbad und dahinter einen kleinen Stadtpark.

 

 

Im kleinen Örtchen sind wir schnell und die Hauptsehenswürdigkeit ist eine große Benediktiner-Klosteranlage. 2012 gab es hier ein starkes Erdbeben. Überall stehen Bäume entlang den Straßen, alles wirkt schön grün, hübsche Häuser und wir kommen an einem Co-op vorbei. Endlich kann ich meine heiß geliebten Antipasti kaufen, die nur der Co-op im Sortiment hat.

 

Nach einem Cappuccino suchen wir den Po, gelangen aber immer nur an Dämme, hinter denen wir den Fluss vermuten. Nach 2 Dämmen wird es uns zu bunt, der Regen und der Wind werden so stark, dass wir unser Vorhaben abbrechen und uns ins warme Mobil zurückziehen.

 

Kaum Zuhause, hört es auf zu regnen. Und jetzt?

 

 

Sonntag, 19. Mai 2019

 

Es war ganz ruhig heute Nacht, aber es hat geregnet. Am Morgen ist es immer noch kühl und regnerisch.

Wir sind um kurz nach 10.00 Uhr in Mirandola, nicht mehr am Po gelegen, etwas südlich von San Benedetto und westlich von Ferrara. Kurzer Stopp beim Lidl am Ortseingang.

 

Der Wohnmobilstellplatz liegt direkt am Friedhof, ist genau wie in San Benedetto gebührenfrei, verfügt über V+E und kostenlosen Strom.

 

Mit Schirm bewaffnet, den wir aber nicht brauchen, gehen wir in die Stadt und sind total entsetzt. Alle alten und historischen Gebäude sind dem Verfall preisgegeben, sind eingerüstet, abgestützt, verhangen. Aber von Restaurierungen sehen wir nichts. Die ganze Stadt sieht aus wie eine gespenstische Baustelle. Geschäfte haben aufgrund der vielen Baustellen geschlossen oder sind umgezogen.

 

Das einzig belebende ist der Maimarkt, der auf einem großen Platz stattfindet und heute endet. Überall sind Zelte und Stände aufgebaut, vom Döner bis zum Vorwerk-Staubsauger, Pergolen, Couchgarnituren wird alles angeboten.

 

Wir holen uns eine Waffel, die schmeckt wie ein schlechter Pfannkuchen und das untertassengroße Etwas kostet auch noch 3,- Euro. Wir kriegen später beide ein komisches Gefühl im Bauch, aber es vergeht.

 

Immer noch regenfrei machen wir uns nach einem späten Mittagessen mit den Rädern auf den Weg. Zuerst fahren wir eine kaum befahrene Landstraße ins nächste Örtchen, danach auf einem ganz neu angelegten Radweg weiter, aber eine dunkle Wolke begleitet uns die ganze Zeit.

 

Nach etwa 10 km sind wir in Concordia sulla Secchia, fahren durch den Ort, finden hier die gleiche verhangene Gebäudesituation wie in Mirandola und es beginnt zu regnen.

 

Zuerst stellen wir uns unter einen Baum, dann regnet es auch hier durch und wir müssen die Schirme aufspannen. Der Himmel hat nun seine Schleusen komplett geöffnet und eine Frau weist uns auf ein Vordach einer Firma hin, wo wir uns unterstellen können. Gut, machen wir, stehen nun immerhin trocken, aber wir frieren trotzdem und der Regen fällt munter weiter.

 

Nur gut, dass wir spannende Lektüre an Bord haben.

 

 

Montag, 20. Mai 2019

 

Erst einmal ist ausgiebige Morgentoilette und Frühstück angesagt, bevor wir wieder an diesem trüben Tag losfahren.

 

Hier im gesamten Gebiet nördlich und südlich des Po’s wird nur Landwirtschaft betrieben. Getreide, Kartoffeln, Tomaten, Artischocken, alles Mögliche wird angebaut.

 

Den kleinen Ort Ro erreichen wir gegen Mittag, der Stellplatz ist nirgendwo ausgeschildert. Wir finden ihn nur Dank der Koordinaten, die ich in einem Reisebericht entnommen habe und nun Emma damit füttere.

 

Ganz ruhig im Grünen, Picknickbänke, Wasser, Strom, leider keine Entsorgung. Ganz ruhig ist dann doch nicht, denn die direkt nebenan liegende Brücke, die von Polesella nach Cappano führt, ist sehr störend. Eine der wenigen Brücken über den Po und daher natürlich sehr stark befahren.

Es steht noch ein deutsches Mobil da, aber Fahrer und Begleiterin kommen aus Neuseeland. Wir kommen ins Gespräch, sie wollen mit dem Rad nach Ferrara. Gute Idee, wir hatten noch keinen Plan, das machen wir jetzt aber auch.

 

Zunächst immer am „Destra Po“ entlang radeln wir ca. 15 km am Fluss entlang, was recht eintönig ist. Beim Abzweig sollen es dann noch 9 km bis Ferrara sein. Der Radweg ist gut beschildert und die Fahrt ist auch recht abwechslungsreich, aber die Stadt kommt und kommt nicht näher.

 

Das letzte Stück ist nun ganz holperiges Kopfsteinpflaster, aber da sind wir schon am Ziel und es geht an der Universität vorbei ins Zentrum. Hier gibt es unglaublich viele Fahrradständer und auch Räder. Hier treffen wir auch die Neuseeländer wieder.

 

Da wir uns nicht vorbereitet haben, wissen wir auch nicht, was es in Ferrara alles gibt. Wir stehen jedenfalls vor einem monströsen Gebäude, einem Palazzo, umgeben von Wasser. Es ist das Castello Estense, früher Schloss einer Familie. Beim Erdbeben 2012 hat es auch enormen Schaden erlitten.

 

Die gotische Kathedrale ist gerade verhüllt (wir haben diesbezüglich Pech in diesem Urlaub) und wird restauriert.

 

Wir laufen ein wenig durch die Altstadt, es gibt sehr viele schöne Palazzi, wir hätten nicht gedacht, dass Ferrara so viel zu bieten hat.

 

Wir schlendern noch ein wenig herum, kehren in einem Café ein und auf gleichem Weg geht es dann zurück.

 

Wir sind kaum zu Hause, haben die Räder verstaut, fängt es heftig an zu regnen und das bleibt auch den ganzen Abend so.

 

 

Dienstag, 21. Mai 2019

 

Über Capparo (noch kurzer Einkauf bei Lidl) kommen wir nach Mesola, fast schon direkt an der Mündung des Po, der in dieser Gegend ein Delta von mehreren Flusszweigen und auch anderen Flüssen bildet.

 

Es sieht aus, als wolle das Wetter heute halten. Zunächst schlendern wir durch Mesola, alles unverändert, das Castello Estense della Mesola steht noch. Einst war es Lustschloss eines Grafen, heute ist es Veranstaltungszentrum.

 

Die Räder wollen heute bis zur Mündung nach Gorino. Für das erste Stück suchen wir uns einen anderen Radweg, der dann aber auf den „Destra Po“ einmündet. Alles geht gut bis zum Torre dell‘ Abate, einem Kontrollturm für Schleusen, den wir uns genau ansehen.

 

Dann achten wir nicht mehr auf die Richtung, kommen dann nach Bosco die Mesola, was natürlich ein Umweg ist. Von hier aus müssen wir auf der Straße noch 7 km bis Goro fahren.

 

Das ist auch nur ein kleines Dörfchen am Meer, von dem wir aber nichts sehen, denn eine Kaimauer und ganz viele Fischerboote versperren die Sicht.

 

Es gibt auch einen Womo-Stellplatz, aber nur Parkplatz. In unmittelbarer Nähe gibt es einen Druck-Wasserhahn.

 

Durch den Umweg haben wir nun keine Lust mehr, noch 9 km bis Gorino zu fahren und kehren um und siehe da, wenige km von Goro entfernt zweigt vom „Destra Po“ der von uns auserwählte Radweg ab und wir kommen erneut am Turm vorbei und hier sehen wir natürlich, wo wir falsch gefahren sind. Es wäre so einfach gewesen! Ruck-zuck sind wir dann wieder in Mesola.

 

Auf dem lauten Stellplatz wollen wir nicht bleiben, also fahren wir in den Bosco, wo es einen schönen großen Parkplatz direkt am Eingang des Bosco. Hier können wir ungestört die Stühle herausholen und glauben, wir könnten uns ein wenig sonnen, aber die Wolkenlöcher lassen kaum Sonne heraus. Wir mummeln uns dann in Decken ein.

 

Am Abend fahren wir zurück nach Mesola, essen eine leckere Pizza und bleiben auf dem Parkplatz stehen.

 

Mittwoch, 22. Mai 2019

 

Zurück auf den Stellplatz, weil es natürlich auf dem Parkplatz keinen Strom gibt. Wir hätten uns hier unwohl gefühlt, denn er wird von einem Wohnwagen und 2 weiteren Fahrzeugen am Rand besetzt und die Leute dort haben sich schon mit Wäsche und Blumen sehr häuslich eingerichtet und das mögen wir nicht. Wir wundern uns auch, dass das hier geduldet wird.

 

Egal, ich will ja nur duschen und Haare trocknen. Es ist warm heute, es weht ein leichter Wind, über dem Po Nebel, die Sonne lässt sich aber nicht blicken.

 

Nach Chioggia ist es ja nicht weit und Emma führt uns zwar durch die ganze schmale Innenstadt, aber wir kommen genau zum Stellplatz. Es liegen 2 Stellplätze direkt nebeneinander, zum Strand sind es nur ein paar Schritte. Es ist nicht viel los und wir haben einen schönen Platz erwischt.