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Reisebericht

Spanien ist fertig

Denkt man an Moskau, denkt man an Kreml
Denkt man an Moskau, denkt man an Kreml

 

Donnerstag, 11. April 2019

 

 

Es war ein hartes Stück Arbeit, die Eintrittskarte für Russland (Visum) zu erhalten. Unser Reiseveranstalter hat aber gute Vorarbeit geleistet und viele Dokumente für uns bereits vorbereitet. Nach ca. 10 Tagen hatten wir den Stempel im Pass und hätten für das Geld auch die besten Plätze bei einem Konzert für Helene Fischer bekommen. (wobei wir keine Helene Fischer Fans sind).

 

Elektronisches einchecken am Flughafen Frankfurt ist für die ältere Generation auch eine Herausforderung. Auf welchem Flughafen in Moskau landen wir denn? Keine Ahnung – Moskau hat 5 Flughäfen. Ein sehr freundlicher Mitarbeiter der Lufthansa hat uns dann aber geholfen. Damit nicht genug! Die Kofferaufgabe muss auch eigenhändig erledigt werden. Aber wir haben alles geschafft und wir können starten.

 

Geplant ist der Flug LH 1444 um 8.05 Uhr. Er verzögert sich um 40 Min., holt aber wieder auf. 2 Stunden und 40 Minuten später landen wir auf Domodedovo, einem der 5 Flughäfen Moskaus, ca. 22 km süd-westlich der Stadt.

Die Landung erfolgt pünktlich um 12.00 Uhr Ortszeit und wir haben die Reiseleitung unseres Reiseunternehmens sofort gefunden.

Wir sind insgesamt 24 Personen, meist Mittelalter, unsere Reiseleiterin heißt Valentina.

Zum Hotel Vega fahren wir eine gute Stunde und machen erste Bekanntschaft mit den Moskauer Verkehrsverhältnissen. In all diesen Tagen hieß es immer nur“Stop and Go“.

 

Wir sehen dann 4 Hotels nebeneinander, alle im gleichen Baustil. Aber unser Hotel macht einen sehr guten Eindruck, alles wirkt sauber und sehr gepflegt, jede Menge Personal ist im Einsatz und die Farben gelb und blau dominieren hier. Irgendwie komme ich davon nicht los. Die Firmenfarben meiner ehemaligen Firma waren exakt das gleiche gelb-blau und sogar zuhause finden sich diese Farben auch recht oft wieder.

 

Nun ja, unser Zimmer liegt im 17. Stock, ist nicht übermäßig groß, aber es reicht uns. Unser Blick richtet sich vom Fenster aus auf den Izmajlovo-Park, der uns von Valentina für den heutigen Nachmittag, da wir ja kein Programm haben, empfohlen wurde.

 

Deshalb halten wir uns gar nicht lange im Zimmer auf und gehen gleich auf Entdeckungstour. Dieser Park ist mit 12 Quadratkilometern einer der größten Europas und bietet alle Möglichkeiten der Unterhaltung. Die Familie Romanow machte das Gelände im 16. Jh. zu einem Jagdsitz. Am Wochenende findet hier einer der größten Flohmärkte der Welt statt, aber heute sind alle Stände und Vorrichtungen dafür verlassen. Aber die riesige Fläche lässt erahnen, was hier am Wochenende los ist.

 

Wir beschränken uns daher auf den Teil, der aussieht wie eine „Zuckerbäckerstadt“ und Nachbildungen von Teilen Moskaus darstellt. Am Eingang gibt es zwar ein Kassenhäuschen, aber Geld will keiner, also gehen wir so hinein. Es gibt jede Menge Souvenirläden, Cafés, im hinteren Teil Stände, die alle die gleichen Souvenirs verkaufen, bunte Tücher, Pelzmützen und-umhänge, Matrioschka-Puppen. Nett anzusehen, aber leider brauchen wir nichts.

 

Es wird auch kalt und zugig und nun steuern wir noch das ebenfalls von Valentina empfohlene Einkaufszentrum an, in dessen Untergeschoss sich ein gut sortierter Supermarkt befinden soll. Und so ist es. Aber zunächst durchstreifen wir alle Geschäfte, Sportmoden, Damenmoden, Kindermoden und stellen fest, die Preise liegen weit über deutschen Preisen. Puh, das hätten wir nicht gedacht. Ein Regenmäntelchen für meine Enkelin (1/2 Jahr alt) hätte glatt 60 Euro gekostet, das erscheint mir dann doch zu viel.

 

Das Abendessen im Hotel überrascht uns sehr. Ein Buffet, das (fast) keine Wünsche offen lässt. Wir können erst mal gar nicht alles erfassen, müssen einen Rundgang durch die Speisenvielfalt machen und natürlich können wir auch gar nicht alles probieren. Wir sind wirklich positiv überrascht, auch das Restaurant ist modern und gediegen eingerichtet, das Personal braucht noch ein wenig Übung.

 

 

Freitag, 12. April 2019

 

Trotzdem wir nahe einer viel befahrenen Straße liegen, hören wir keinen Autolärm und konnten gut schlafen und treffen uns um 9.45 Uhr mit der Gruppe zur Besprechung des Programms während der nächsten Tage. Valentina erklärt uns alles ganz genau und ab geht es mit dem Bus.

 

Triste Hochhaussiedlungen beiderseits der Straße hier an der Peripherie, aber bereits hier kommt schon der gesamte Straßenverkehr zum Erliegen und nur Stop and Go geht es vorwärts.

Vor der Christ Erlöser Kirche mit 103 m Höhe stoppen wir uns besichtigen dieses einmalige Werk, das errichtet wurde, weil die Soldaten Napoleons Moskau verlassen haben und die drohende Gefahr abgewendet wurde. Der damalige Kaiser Alexander I. ließ am Tag der nationalen Befreiung den Gedanken an diese Kirche entstehen und setzte ihn 1817 mit der Grundsteinlegung in die Tat um.

 

Wunderschöne Altäre und Ikonenbilder findet man im Inneren, fotografieren ist leider verboten.

 

Die Fahrt geht weiter auf eine bewaldete Anhöhe, die Sperlingsberge, wo man einen schönen Blick hinunter auf die Stadt hat. Direkt unterhalb des Aussichtspunktes befindet sich das Olympiastadion, im Rücken hinter uns das mächtige Gebäude der Universität, das Stalin in Auftrag gab. Der höchste der Zuckerbäckertürme ist 35 Stockwerke hoch.

 

Was Wetter spielt nicht so recht mit an diesem Tag, es ist kalt und regnerisch und vereinzelt fallen sogar Schneeflocken und so halten wir uns hier oben gar nicht lange auf, fahren mit dem Bus dann wieder in die Stadt hinein.

 

Ein von Valentina empfohlenes Restaurant wird zur Mittagszeit angesteuert. Die Wachablösung alle Stunde an der Kremlmauer verpassen wir, denn um 15.00 Uhr begehren wir Einlass in Russlands Symbol der Macht, den Kreml.

 

Im Auftrag Stalins wurden 7 solche Gebäude im Zuckerbäckerstil errichtet.  Dies ist ein Hotel, die Universität haben wir schon gesehen
Im Auftrag Stalins wurden 7 solche Gebäude im Zuckerbäckerstil errichtet. Dies ist ein Hotel, die Universität haben wir schon gesehen

Zarenburg und Verwaltungssitz der Sowjetunion, heute residiert Herr Putin mit Gefolge darin. Teile des Kremls sind der Öffentlichkeit zugänglich. Vermutet habe ich eigentlich nur ein riesiges, unterteiltes Gebäude, aber nein, der Kreml ist eine Stadt in der Stadt mit Kirchen, Kathedralen, Museen und anderen historischen Gebäuden.

 

Wir besichtigen die Mariä-Entschlafungs-Kathedrale, die Erzengelkathedrale und die Mariä-Verkündungskathedrale. Allen dreien sind wunderschöne Ikonen zum Inhalt gemacht und natürlich ist auch hier das fotografieren nicht gestattet. Ikonen, lassen wir uns sagen, werden nach ganz strengen Regeln hergestellt und werden auch angebetet. 

 

Gerade als wir die Erzengel Michael Kathedrale besichtigen wollen, kamen 2 x Hubschrauber ab- und angeflogen, vom „Bürogebäude“ Putins fuhren schwere schwarze Limousinen vor und alle nahmen an, er ist da.

 

Die größte Kanone und die schwerste Glocke der Welt sind natürlich hier im Kreml zu finden.

 

Der Rote Platz wir gesäumt von dem Historischen Museum von 1883, der Basilius Kathedrale, der Kreml Mauer mit dem Lenin Mausoleum und den Tribünen für die Mai-Feiern, nicht zu vergessen natürlich das Kaufhaus GUM, das 1893 erbaut wurde und lange Zeit als das größte Kaufhaus der Welt galt.

 

Das waren 2 sehr informative und vor allem geschichtlich intensive Stunden und nun freuen wir uns auf einen Kaffee im weltberühmten Kaufhaus GUM.

Der Innenraum ist 250 m lang und 88 m breit. Die Ausstattung ist wirklich sehenswert und fast schon einmalig. Je höher man hinaufgeht, desto preiswerter wird es, wobei hier auch nicht wirklich von preiswert gesprochen werden kann. Die Auslagen im Erdgeschoss bergen jeweils ein Kleid oder ein Paar Schuhe, alles ohne Preis, jedoch von weltbekannten Herstellern.

 

Sehenswert ist dann wirklich noch die Lebensmittelabteilung. Alles wird dekorativ in Holzregalen hingestellt, kein riesiger unüberschaubarer Markt, nein, immer kleine Nischen, fast wie Zimmerchen, einfach nur wunderschön anzusehen und dass es so viele verschiedene Wodka Hersteller gibt, das wissen ja sicher nur Russen.

 

Unterirdisch geht es dann weiter. Die Moskauer U-Bahn Stationen sind wirklich sehenswert und viele Meter unter der Erde wurden hier Kunstwerke geschaffen, die die Moskauer Bevölkerung wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnimmt und die nur noch von Touristen bestaunt werden. Der Bau der Metro begann unter Stalin im Jahr 1931 und bereits 1935 waren 16 Stationen fertig gestellt. Heute werden pro Tag ca. 10 Millionen Fahrgäste befördert und der Ausbau der Bahn geht stets weiter.