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Reisebericht

Spanien ist fertig

Das Tor zum Palast
Das Tor zum Palast

 

Sonntag, 14. April 2019

 

Heute heißt es Abschied nehmen von Valentina und von Moskau. Leichter Schneefall begleitet uns zum Leningrader Bahnhof, wo uns der Schnellzug Sapsan (Japanisch: Falke) in Windeseile nach St. Petersburg bringen wird.

 

Zug Nr. 764 um 11.40 Uhr steht pünktlich auf dem Bahnhof. Für je 2 Wagen gibt es eine Schaffnerin, die mürrisch unsere Pässe und Tickets kontrolliert und ansonsten keine weiteren Aufgaben mehr hat.

 

Unsere Gruppe belegt große Teile des Wagens und sehr bequem und mit viel Beinfreiheit geht es los. Lange Zeit sehen wir hässliche Vororte von Moskau, danach wird es sehr ländlich, die Landschaft ändert sich in den 4 Stunden Fahrt überhaupt nicht. Es gibt nur Birkenwälder, sandige Flächen, es mutet fast öde an. Hin und wieder sind einzelne Schneereste sichtbar, klar es geht nach Norden. Kleine Häuseransammlungen und Dörfchen, weitgehendst aus Holzhäusern sind zu sehen. Der Zaun entlang den Schienen zieht sich von Moskau bis St. Petersburg.

 

Während der Fahrt bekommt man einen kleinen Eindruck von der Weite des Landes.

 

Dort kommen wir ebenfalls pünktlich um 15.40 Uhr auf dem genau baugleichen Bahnhof wie in Moskau an, nur heißt er hier nicht Leningrader, sondern Moskauer Bahnhof. Beide Gebäude wurden vom gleichen Architekten entworfen.

 

Hier erwartet uns eine neue Reiseleiterin, die quirlige Anna.

 

Wir passieren das Siegestor, fahren die Straße Moskau Prospekt entlang, die in beiden Richtungen 4-spurig verläuft. Die meist nur 2-stöckigen Häuser stammen alle aus der 2. Hälfte des 20. Jh.

 

Nach einer halben Stunde erreichen wir unser Hotel, ebenfalls sehr modern und sauber ausgestattet. Hier liegt unser Zimmer im 3. Stock, vor dem Hotel gibt es einen großen Verkehrskreisel (hoffentlich ist die Nachtruhe gesichert), schräg gegenüber ein großes Denkmal, das die Mitte des Kreisverkehrs bildet.

 

Blick aus unserem Fenster, das sich genauso wie in Moskau, nicht öffnen lässt
Blick aus unserem Fenster, das sich genauso wie in Moskau, nicht öffnen lässt

Das Abendessen im Restaurant „Paulaner“ ist dann wirklich keine Offenbarung, es gibt zwar ebenfalls ein Buffet, aber kein Vergleich mit Moskau und die Zusammenstellung der Speisen erschließt sich uns nicht. Aber wir haben am Anfang des Moskau Prospekt auch einen Spar Supermarkt gesichtet und somit sind wir ganz zufrieden.

 

 

Montag, 15. April 2019

 

Das Petersburger Programm wird wahrscheinlich auch wieder sehr stramm, denn es stehen einige Paläste zur Besichtigung an.

 

Da wir heute auch erst wieder um 10.00 Uhr starten, nutzen wir die Zeit, um eine Stunde durch den großen, sich dem Kreisverkehr anschließenden Park zu schlendern. Die Straßen gehen beiderseits des Parks entlang. Ganz am Ende sichten wir eine Kirche mit blauen Kuppeln, die soll unser Ziel sein. Wir schaffen das gerade so bis zur Abfahrt.

 

Auch hier steht uns wieder ein großer und bequemer Reisebus zur Verfügung.

 

St. Petersburg wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet, hat 5,3 Mio. Einwohner und etwa 300 Brücken. Man nennt es auch „Venedig des Nordens“.

 

Und wirklich, wir sind noch nicht weit gefahren, haben wir bereits den Eindruck, dass diese Stadt eine Leichtigkeit hat, ein besonderes Flair ausübt, der dem etwas wuchtig und düster wirkenden Moskau fehlt.

 

Zuerst halten wir an der Isaac Kathedrale, deren Säulen aus Marmor bestehen und deren Kuppeln vergoldet sind. Heute ist es ein Museum, aber manchmal werden darin auch Gottesdiente gehalten, dann fasst die Kirche 14.000 Menschen.

 

An der Admiralität, der ehemaligen Schiffswerft von Peter dem Großen, vorbei geht es zum Schlossplatz mit der Alexandersäule in der Mitte und dem wohl bekanntesten Gebäude der Stadt, der hellblauen Eremitage im Hintergrund. Der Platz soll wohl größer sein als der Rote Platz in Moskau, genau weiß es aber Anna auch nicht.

 

Die Eremitage, der Winterpalast des Zaren, ist heute Museum und beinhaltet über 300 Mio. Exponate. Gegenüber das halbrunde Gebäude, dessen Fassade mehr als 2 km misst, ist auch ein Museum, weitgehend mit französischer Malerei bestückt.

 

Über den Fluss Newa hinüber fahren wir zur Wassili Insel, sehen in der Ferne schon 2 rote Türme. Die 30 m hohen rot-braunen „Rostrasäulen“ wurden 1810 erbaut und waren einst die Leuchttürme von St. Petersburg und an deren Stelle befand sich der alte Hafen.

 

Wir spazieren ein wenig herum und haben einen schönen Blick auf die Haseninsel, auf der die Peter und Paul Festung liegt.

 

Das Holzschiff, heute Restaurant, ist ein Nachbau eines holländischen Schiffes.

 

Der für 15 Min. anberaumte Toilettenstopp, über dessen Zeitlänge sich alle wundern, hat natürlich seinen Grund. Der Toilette angeschlossen ist ein Souvenirgeschäft und somit ist die Zeit fast schon knapp bemessen.

 

Eine kleine Holzbrücke führt auf die Insel, auf der nur die Festung, erbaut 1706, liegt und seinerzeit den historischen Ursprung bildete.

 

1713 wurde die Peter und Paul Kathedrale errichtet. Wie von Peter dem Großen befohlen, war sie mit 122 m Höhe lange Zeit das höchste Gebäude der Stadt. Leider haben wir keine Zeit, sie von innen zu besichtigen.

 

 

 

In der Festung steht eine Skulptur von Peter. Der Künstler hat den Kopf normal dimensioniert, Körper und Beine „groß“. Ob das Peter dem Großen gerecht wird?

 

Seitlich versetzt steht das Bootshaus, in dem Peter der Große sein erstes Boot aufbewahrte und das man anschauen kann.

 

Die Fahrt geht über die Newa zurück in die Stadt zum nächsten Highlight, der Blutkirche oder Erlöserkirche oder Auferstehungskirche. Sie wurde 1883 an der Stelle errichtet, an der Zar Alexander II wenige Jahre vorher einem Attentat zum Opfer gefallen ist. Sie wurde weniger als Gotteshaus, denn als Denkmal konzipiert.

 

Der auffällige Bau mit seinen Zwiebeltürmen liegt direkt am Gribojedow-Kanal und wird wahrscheinlich das häufigste Fotomotiv in dieser Stadt sein.

 

An diesem Kanal entlang schlendern wir bis zum Newski Prospekt, der „Hauptstrasse“ St. Petersburgs. Souvenirlädchen haben sich angesammelt, alle verkaufen den gleichen Kitsch.

 

Die Gruppe wird in ein für meine Begriffe schaurig aussehendes Café gefahren, wir erhalten eine kostenlose Bliny Verkostung, eine Art Pfannkuchen. Uns werden sie mit scheußlich grell-roter Marmelade und Sour Cream serviert, dazu gibt’s ne Tasse Tee. Dieses Intermezzo hätte sich der Veranstalter ruhig sparen können, denn typisch russisch war hierbei nichts.

 

Zum Schluss bleibt uns die Nikolauskathedrale, erbaut 1753, die mit ihrer pastellblauen Fassade und den goldenen Kuppeln ein majestätisches Bild abgibt. Zarin Elisabeth regierte seinerzeit und mit dieser Kirche gab es ein weiteres Barockgebäude im Stadtbild.

 

Auch heute Abend bleibt uns nichts weiter übrig, als wieder im „Paulaner“ zu essen, aber wir nehmen es hin, wir haben ja unseren Supermarkt gegenüber.

 

 

Dienstag, 16. April 2019